Trainbuk

Donnerstag, Juni 28, 2007

Gut geputzt

Koffeinhaltige Getränke, Direktversicherungen und Damenbinden bewerben kann ja jeder, die Verkaufsförderung in Brakel produzierter Türklinken hingegen ist ein knüppelhartes Geschäft. Also, nur keine Scheu und einen warmen Applaus bitte - hierfür.

Samstag, Juni 23, 2007

Update Tessin

Wir erinnern uns - sympathische Gymnasiasten werden Anfang des Jahres vermutlich durch die virtuellen Gewaltexzesse des berüchtigten Spiels Final Fantasy VII dazu gezwungen, ein Ehepaar mit 79 Messerstichen abzuschlachten. Soweit also nichts Neues, wenn wir zum gestrigen Prozessbeginn, die letzten Zweifel zu beseitigen trachtend, lesen: "Immer öfter saß der der Junge vorm Computer, Fünf Stunden am Tag. Er kämpfte mit Außerirdischen, seinen Gegnern zerplatzen die Organe. Am Computer trainierte er sich Mitleid und Gewissen ab.“ Hmmm. Und einige Zeilen darunter: „Sein Vater Karl-Heinz D. ist… Banjospieler.“

Heilige Mutter Gottes!

Mittwoch, Juni 20, 2007

Auf Tabloid

Ehedem:

Der Qualitätszeitungssektor ist traditionell nicht nur von Backsteinschwere, sondern auch von aristokratischer Unhandlichkeit geprägt. Einige Teile dieser printmedialen Kunstwerke sind laokoonisch miteinander verschwurbelt, während andere wiederum schlicht hineingelegt werden, was dazu führt, dass sie, will man das Blatt zu ungestüm auf seine mächtigen Din-A-3 entfalten, in Kooperation mit gehobener Werbung die Frühstücksbrettchen und Kaffeetassen der Unvorsichtigen und Tölpel unter sich begraben.

Meine Güte, so ist das eben: Informationsgewinnung auf höchstem Niveau is not for sissies, sondern verlangt nach Opferbereitschaft, Konzentration und elitärer Fingerfertigkeit.

30. Mai 2007

Hmpf… ein in finanzielle Notlage geratenes Blatt, das sich vom Aufbrechen der althergebrachten Druck- und Falttechnik Gesundung erhofft - wenn dem so geschehen sollte, könnte man gleich danach konsequent die alte Redakteursbagage entsorgen und durch billige Journalistikerstsemester ersetzen, da der Inhalt nachweislich vollkommen unerheblich ist. Hahaha, nein, nein, nein, wie peinlich ist das denn?

04. Juni 2007

Ihre langhaarigen Tabloid-Dealer lungern überall am Hauptbahnhof herum und versuchen schwache Naturen mit Gratisausgaben anzufixen. Was denken die denn von uns? Auf solch billige Taschenspielertricks fallen konservative Qualitätszeitungskonsumenten nicht herein. Infam!

08. Juni 2007

Na ja, für umme probieren schadet ja wohl nix. Zugegeben, das Blättern fühlt sich schon ganz okay an.

15. Juni 2007

Das Blatt mit dem grünen Streifen liegt vor mir – na und? Ich überfliege das lediglich ab und an zur Komplettierung meiner Weltsicht. Ja ja ja, die Sonntags-FAZ ist noch unberührt. Daran ist überhaupt nichts merkwürdig. Ich werde die Lektüre selbstverständlich nachholen. Was heißt da „umformatiert“? Spießer!

19. Juni 2007

Den impertinenten Konkurrenzwerber der Neuen Presse lustvoll mit seiner eigenen Leseprobe gezüchtigt. Was ist bloß mit mir?

20. Juni 2007

Beim Telefonieren gedankenverloren „haut die Bullen platt wie Stullen“ in den Schreibtisch geritzt. Huh, welch ein teuflisches Zeug…

Dienstag, Juni 19, 2007

Lehre

Und eines ist klar: Sollte man (zu gegebener Zeit) erneut auf die aberwitzige Idee kommen, mich in diese Welt zu schicken, die meine Freude am Müßiggang so skrupellos mit Füßen tritt – ohne vorherige knüppelharte Vertragsverhandlungen mit meinem durchtriebenen Reinkarnationsbeistand läuft diesmal gar nichts!

Dienstag, Juni 05, 2007

Trostpost für Nummer 9818783

Being miserable builds character.

Montag, Juni 04, 2007

Selbsterfüllendes

Erwachen. Sich vor dem Badspiegel krümmen, Schlafzeug von der Brust reißen, mit der Zahnbürste fuchtelnd „wer bin ich, dass ich diesem mediterranen Montagmorgen Hohn zu lachen imstande wäre, indem ich ihn an brabbelndes Schülervolk und tristes Bürotun verfütterte?“ rufen. In sich hinein horchen, auf Antwort warten. Sobald der Zug abgefahren ist, Pelzmütze, Liegestuhl und Schneemanncartoon einpacken. Legen. Freuen. Fertig.

Zooinsomnia

Was mich einfach nicht ruhen lässt: Woher sollen denn diese ganzen Mäuse, Hasen und Bären eigentlich wissen, dass man - und vor allem wer - ihnen nächtens per Eineuronochwas-SMS im Fernsehen glühende Liebesschwüre bestellen lässt? Und woher nehmen unsere schlaflosen Mäuse-, Hasen-, und BärengrüßerInnen wiederum die Gewissheit, dass das angebetete Viehzeuch auch noch wach ist?

Samstag, Juni 02, 2007

Unzurechnungsfähig

Als ich vorhin zu mir kam, befand ich mich ganz alleine im Haus, sanfte Musik quoll aus den Boxen, die Luft roch nach Active-Forrest-Konzentrat und ich erkannte in meinem von blitzsauberen Fliesen erstellten Spiegelbild, dass ich einen, nicht nur vor kleinen Ps triefenden, Wischmopp in den Händen hielt.

Du liebe Zeit, hoffentlich tue ich mir am Ende nichts an.

Freitag, Juni 01, 2007

Voyeurismus auf Frankfurterisch

Blanken Po (jung, tätowiert, ansehnlich) der desorientierten U-Bahn-Mitreisenden beiläufig zur Kenntnis nehmen, gähnen, fortan gelangweilt aus Fenster starren und den nächsten 15 Minuten ihres Versuchs, sich in unverändert gebückter Stellung mithilfe eines Taschenspiegels die Gesichtszüge zu verschönern, keine weitere Beachtung schenken.

Blankes Entsetzen (alt, distinguiert, anatolisch) inklusive offenkundiger Unschlüssigkeit darüber, wem nun eigentlich mehr Kopfschütteln zustünde, in alternativer Minutenverbringung mit heimlichem Amüsement aus den Augenwinkeln beobachten.