Trainbuk

Montag, April 30, 2007

K-Day

Warum gerade die ehemalige Kolonialmacht, welche große Teile unserer Welt dazu verurteilt hat, bis an Ende der Zeit diese ranzigen Würstchen bereits zum Frühstück zu verdrücken, im Grunde ihres Herzens Frauen wie Kate Moss vergöttert, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.

Samstag, April 28, 2007

Als ob ich das nicht schon längst gewusst hätte!

Vergessene Spieleopfer


Mittwoch, April 25, 2007

Meine Liebe zu David Lynch wird doch sehr auf die Probe gestellt, seit ich mir eingestehen musste, dass ich – abgesehen von der niederschmetternden Aussage, im Vergleich zu seinem neuen Streifen Inland Empire sei Lost Highway noch zugänglich gewesen – inzwischen nicht einmal mehr die Kritiken seiner Filme verstehe. Vorgenommen, die Zeit fürs Lieben trotz Nichtverstehens bei ihm einzusparen und besser daheim zu verbringen.

Sonntag, April 22, 2007

Epilog

Samstag, April 21, 2007

Sommer-Taschenbuchtipp

Wenn man diese wundervolle Idee mit ein wenig Phantasie und Cleverness nutzt, wird man selbst im vollsten Biergarten stets einen Tisch bekommen.

Freitag, April 20, 2007

Reformopfer


Nein, nein, ich habe den Euro nie geliebt. Dafür aber mein einzigartiges Borderliner-Portemonnaie, das mich über 15 Jahre so treu begleitet hat und heute - nach all den Lenzen gutmütig gewährten Obdachs zerschunden vom barbarisch schweren Unionsklimpergeld - eingeschläfert werden musste. Hände, die aus Uniformen ragen, werden ab sofort nicht mehr ganz so schweißig am Holster tippeln und zappeln, während ich nach meinem Führerschein krame, die Extraleibesvisitation im Stadion folgt der bockharten Mark in die Vergangenheitsangehörigkeit und ich, ach, ich muss künftig mit irgendeinem graumäusigen Geldbehälter wieder ein hässliches Stück angepasster auf die 40 zutaumeln.

Mittwoch, April 11, 2007

"Es geht nichts über einen sauberen Übergang“, dachte sich die Nach- richtenredaktion, die mich dieser Tage per Radio mit der Meldung weckte, der Freistaat Bayern werde von einem einäugigen Togolesen auf Schmerzensgeld – ja, genau deswegen - verklagt. Und was lag da freilich bitte näher, als sich sanft mit „große Augen machten heute früh die Kinder aus XYZ...“ in das nachfolgende Thema gleiten zu lassen? Na, siehste!

´Schuldigung.

Nach Norden gehen

Nein, keineswegs fühle ich nach ungezählten Stunden virtuellen Blutvergießens während des Nordic-Stalking-Trips nun das Verlangen bittergesichtig mein soziales Umfeld windelweich zu prügeln. Au contraire: Von Güte, Milde, Behaglichkeit und Hoffnung werde ich durchströmt, als mich auch meine realen Arbeitstage wieder gen Norden führen. Denn wer sich so ausgiebig an der Schönheit Prypjats, an verrottetem Kriegsgerät und urbanem Verfall labte, der sieht die Welt fortan mit gnädigeren Augen. Sei es, dass man, der gelungenen Umsetzung des kargen Charmes niederen Schienenverkehrs Anerkennung zollend, heimlich über verlebtes Erz streichelt oder ein wenig verärgert die zweisprachigen Ansagen zur Kenntnis nimmt, nach denen das Gefährt u. a. „now being made ready for boarding“ sei, weil ein russischer Dialekt doch unschwer für eine wesentlich stimmigere Atmosphäre sorgen könnte. Ja, es mag sogar der Fall sein, dass mitten in diese Überlegung hinein eine verschämte kleine Assoziation deinen Blick mit Freudentränchen - ob des 1000 Lichtlein ans Tunnelende haltenden Auswärtssieges in Kassel - verschleiern und dich denken lässt: Hach, da könnte man doch auch mal seinen Sommerurlaub verbringen.

Aber das alles liest Südstaatenbrummbär Beckstein natürlich nicht.

Sonntag, April 08, 2007

Ephialtes

Vor dem mit den Kumpels verabredeten gemeinsamen Kinogang schon mal abtrünnig als erster in "300" zu gehen ist in etwa wie heimlich Ostergeschenke aufspüren und am Sonntag dann tapsig durch den Garten stiefeln und überraschte Entzückung vorgaukeln müssen. Aber das krieg ich hin. Definitiv.

Dienstag, April 03, 2007

Der Kontrakt des Automatenaufstellers

Soeben klingelte dieser Mensch, der schon die ganze Zeit ums Haus schlich und dessen Physiognomie mir für eine "Kein-Rauchverbot-in-Eckkneipen"-Plakette prädestiniert erschien, an meiner Türe. „Schönen guten Tag, es geht um einen Automaten“, begann er folgerichtig und gab sich als Aufstellplatzaufklärer zu erkennen. Das Objekt der Begierde: Unser Gartenzaun. „Ich habe vor zwei Stunden mit ihrer Frau gesprochen. Sie hat mich an Sie verwiesen.“ - „Hm, meine Frau? Nein, das kann eigentlich nicht sein.“ - „Wohl! So eine kleine Blonde, ganz ordentlich beieinander. Die kam hier raus.“

„Na, das ist vielleicht eine Beschreibung, Sie sind wohl zu nahe am Hirnschmelzer vorbeispaziert. Die laufen hier zu Dutzenden rum. Einen Moment, ich muss erst im Plan nachschauen, welche Kurtisanen heute Nacht Dienst hatten. Sie wissen ja wie das ist. Im Übrigen haben Sie Glück mich überhaupt anzutreffen, da ich momentan ganztags am Jantar zugange bin und die Zone lediglich kurz verlassen hatte, um mich an einer ironischen Betrachtung des Wortes „Zombiestalkerexperte“ für mein verwaistes Blog zu versuchen, was durch Ihr unwillkommenes Erscheinen gerade eben rüde zertrampelt wurde, das Bemühen, Sie August! Hey, aber eine hübsch schmierige Banditenlederjacke haben Sie da an. Unterhalb Ihres Halses sollte nun eigentlich „Senja Wüstenspringmaus“ oder so aufploppen. Ach, kommen Sie rein, Sie sind mir doch willkommenes Blogfutter, hahaha…“

So oder so ähnlich hätte ich gerne geantwortet, um charmant für einen geordneten Rückzug des Aufstellerersuchens zu sorgen, beließ es natürlich wie immer bei einem verunsichert hin gestammelten „Aber meine Frau ist doch gar nicht hier“ und musste mich folglich wesentlich länger erklären. Da in unserem temporären Männerwohnheim neben dem Sohnemann nur ein einziges weiteres Lebewesen haust, das, weil schlank, pelzig, autistisch veranlagt und auf allen Vieren laufend, nicht ins Täterprofil passt, einigten wir uns nach einigem hin und her, dass er besagte Unterhaltung wohl mit dem Jungen geführt hat.

Kurzum: Er wird gegenüber meiner Frau bezüglich seiner Jägermeisterhalluzinationen schweigen. Im Gegenzug wurde ihm eingeräumt, dass er nächste Woche erneut in seiner Angelegenheit vorsprechen darf. Zudem verzichte ich auf eine Anzeige und schicke den Jungen endlich zum Friseur.

Gut, es ist ein mäßiger Deal, aber wenigstens hängt mein Bild jetzt nicht in den Automatenaufstellersozialräumen dieser Stadt. Auch was wert.