Trainbuk

Freitag, September 29, 2006

Die Schwuchtel von Gleis 11

Räusper...ich habe da ein kleines Problem. Ich schaue Frauen grimmig an. Immer. Und Männer lächle ich an. Immer. Das ist seltsam, nicht wahr?! Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich rein gar nichts mit Männern habe - so sexuell gesehen, meine ich. Also, Frauen werden bei mir ganz einfach abgearbeitet. Läuft eine hässliche Vertreterin vorbei, so verziehe ich das Gesicht: „Wäh, Köter! Fort! Fort! Fort!“, denke ich dann und blicke mit angemessener Verachtung. Kommt jedoch eine ansehnliche dahergestöckelt, so denke ich natürlich etwas anderes; aber ich forme meine Gesichtszüge bewusst sehr grimmig und vermeide freundlichen Blickkontakt. Hey, ich hol mir von der Schnalle doch keinen Korb. Wer bin ich denn? Am Ende kassier ich noch so einen „Soll-ich-Dir-ein-Bild-schenken-Blick.“ Soweit kommts noch. Und überhaupt: Ich hab damals sogar unser Studiostück abgestaubt, nur weil ich so gucke, wie ich gucke. „Alle scharwenzeln um mich rum“, hat die gesagt, "nur du schaust immer so herrlich arrogant und stehst nicht mal auf, um dir deinen Kaffee selbst zu holen.“ Ja, schon wars um sie geschehen. Frauen sind grimmig anzuschauen, sag ich.

Kommt hingegen ein stattliches Mannsbild vorbei, dann bin ich natürlich zuerst etwas erbost und auch enttäuscht, dass die Natur diesen Scheißkerl so lieb hat. Aber dann denke ich sogleich an reichlich Gemeines, was mich erheitert - und lächle ihn an. Bei Groteskmaskulinen lächle ich auch. Na ja, Einschub: Natürlich nicht immer. Manchmal stehen dir solche, mit Großraumbrillen, die Hosen bis an die blassen Brustwarzen gezogen und so von dem, abends gegenüber, begrüßen dich mit labberigen Händedrücken und sagen „Ping Pong.“ Da lache ich nicht, denn ich weiß dieser Abend wird steinig und hart. Ansonsten aber schon.

Bei Männern, die anderen, bekannteren Männern, ähneln, da lächle ich selbstredend ebenfalls. So wie bei Jean Luc. Jeden Tag sehe ich Jean Luc. Jean Luc Picard. Nur in 15 Jahre jünger. Ich muss ihn jedes Mal anlächeln. Ich befürchte, ich schaue dann wie Counselor Troy auf rattig. Und das ist mir schon ein wenig peinlich, das. Inzwischen reagiert er auch sehr irritiert und weicht meinem Blick aus. Ich glaube, er hat ein echtes Problem damit. Pfff... als ob ich was dafür könnte, dass der aussieht wie Picard. Hallo!? Jaha, ich weiß genau, was der Knilch denkt: “Da kommt schon wieder diese elende Schwuchtel, die mich jeden Tag so hinterhältig angräbt. Schnell auf Warp und weg!“ Das denkt der. Und ich finde das sehr ungehörig von ihm. Dabei habe ich den Kerl nicht mal angefasst! Nur angelächelt. Das ist ein freies Land! Ist Lächeln hier auch schon verboten, oder wie? Wahrscheinlich unterstellt er mir sogar, dass ich ein Problem mit Frauen habe: „Und der schaut die Frauen immer so angewidert an. Bestimmt sperrt er sie in seine Speisekammer und tut, nur mit Tennissocken bekleidet, fiese Dinge mit ihnen.“ Junge, es reicht jetzt, o.k.! Soll ich dir mal meine Dankesschreibensammlung zeigen, ja?! Ich bin seit fünf verdammten Jahren jeden Morgen hier. Und dann kommt da so ein Schmalspurpromi und will mir ans Bein pinkeln? Das wollen wir ja mal sehen. Das ist mein Revier! Das ist mein Gleis, Wichser! Hier nennt mich keiner Schwuchtel, nur weil ich ihn nett anlächle!

Am Montag hau ich ihm aufs Maul! Und wenn er fragt, warum, dann gleich noch mal!

Mutterherz

Die Gute gratuliert mir tatsächlich jedes Jahr zum Namenstag. Sie ist der einzige Mensch, der das tut. Nein, damit ist sie sogar der einzige mir bekannte Mensch, der sich solche Dinge überhaupt merkt. Irgendwie finde ich das sehr beeindruckend. Ja.

Donnerstag, September 28, 2006

Als ich einmal sehr froh war, ein rechtschaffener Mann zu sein und daher auch kein Alibi für die Zeit zwischen 18.30 und 20.00 Uhr zu benötigen...

Fiktion: on
…Soso, am Bahnhof warst du zur Tatzeit - was wolltest Du denn… am Bahnhof?
Meinen Zug nach Hause erwischen und vorher eine Käsebrezel kaufen.
Eine Käsebrezel?
Ja, Tintenfisch mit Hackfleischfüllung verkaufen die da leider nicht. Wahrscheinlich geht der einfach nicht so gut, weil der ja aussieht wie…
Um 19.00 Uhr?
Ja, ziemlich genau. Ich sagte, „verzeihen Sie bitte, die Käsebrezel kostet € 1,20, aber ich habe nur einen Fünfziger und überhaupt gar kein Kleingeld. Ist das schlimm?“
Was hat der Verkäufer geantwortet?
Er hat gelacht und gesagt, „nein, wenn er echt ist, dann nicht.“
Oho, er hat also gelacht. Nun, gut. Was passierte dann?
Er gab mir Geld und Käsebrezel und wir wünschten uns gegenseitig einen schönen Abend. Dann ging ich.
Das sollen wir glauben?
Ja, genau so war es.
Gut, du willst spielen, Junge, also spielen wir weiter: Wo warst du um 19.10 Uhr?
Ich bestieg den Zug, betrat das Zugabteil und fragte den jungen Herrn, ob der Platz neben ihm noch frei wäre und ob er vielleicht seinen Rucksack zwischen die Beine nehmen könnte.
Hat er geantwortet?
Sicher. „Entschuldigung, selbstverständlich!“, hat er gesagt und, „setzen Sie sich doch bitte.“
Haha, das ist gut... Und du? Was hast du gemacht?
Ich sagte „dankeschön!“ und nahm Platz.
Und er?
Er sagte „bitteschön!“ und lächelte.

Also, ich höre mir diese Scheiße nicht länger an! – Bleib ruhig, Kollege. Wir knacken ihn schon. – Das Schwein verarscht uns doch! Lass mich da ran! Das ist unser Mann!

Schau, Junge, ich will dir doch helfen. Mein Kollege hat da nicht so viel Geduld. Er ist ein bisschen überarbeitet, weißt du… Ich nehme mal an, du hast die Namen und Adressen der beiden, damit wir diese überaus höflichen und wohlerzogenen Menschen einmal befragen könnten?!
Oh, nein, bedaure.
Soll ich dir sagen, warum das so ist – weil es diese Leute gar nicht gibt, nicht wahr?!
Also, ich frag ja noch den jungen Mann, „sagen Sie, stört es Sie, wenn ich jetzt meine Käsebrezel neben Ihnen esse?“, und er antwortet freundlich, „nein, natürlich nicht. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit!“
Wir verschwenden unsere Zeit, Hank. Wirf die Mistsau ins Loch!
Er hat Recht. Beenden wir diese Märchenstunde. Sie werden dir da sehr weh tun, im Knast, mein Junge, weißt du das eigentlich?!
Ja. Natürlich…
Fiktion: off

In der Klosterbrauerei

Bruder! – Mein Abt? – Diese widerlichen Trunkenbolde nehmen immer ihre sabbernden Blagen mit und setzen sie auf meine schöne Fensterbank. Ich will das nicht! Im Namen des Herrn, machen Sie da endlich ein Schild hin! – Jawohl, mein Abt. – Aber etwas Fetziges, ja?! - Wie meinen? – Es sollte sich reimen, finde ich. - Ah, so etwas, wie diese jungen Mohren mit den lustigen Hüten immer herum singen? – Ja, ungefähr so. Und an jede potenziell besetzbare Fensterbank zwei davon!



Bruder! Ich habe meine Migräne. Dieses Gesindel möge gefälligst aufhören zu lärmen! Sorgen Sie dafür, sofort! - Natürlich, mein Abt. – Und Singen auch! Ich will keinen verdammten Piep mehr in meiner prächtigen Schankstube aus diesen ungewaschenen Bauernhälsen hören!




Bruder! – Abt? - Überall nur noch alte röchelnde Säcke mit Skistöcken. Das macht mich ganz krank. Und die verkratzen mein antikes Parkett. Verbieten Sie die Skistöcke! Sofort! Und Wanderstöcke! Und wenn ich noch eine einzige bunte Gehhilfe vor meiner altehrwürdigen Klostermauer sehe - standrechtlich exkommunizieren!

Mittwoch, September 27, 2006

Über das Glück im Klock Klick

Nein, es stimmt nicht, dass der Zweite von der Geschichte vergessen wird. Niemand denkt heute ehrfürchtig an Foreman, weil er Schulz geschlagen hat. Das Fazit dieses Kampfes lautet eben nicht „Foreman hat gesiegt“, nein, es lautet vielmehr: „Schulz hat verloren! Schulz hat den Kampf seines Lebens gemacht! Schulz hat verloren, aber er hatte den Titel verdient!“

Also, Hefte raus und nochmal zurück zum Thema: zu den Niederlagen - den großen. Was macht ihre Faszination aus?

Wenn man z. B. in seinem Stadion steht, an einem tristen Herbsttag, und eine Söldnertruppe in diesem Trikot, einem Trikot mit Tradition, untergehen sieht, dann kann es geschehen, dass man unbewusst den Blick abwendet und durch die paar Getreuen, die neben einem auf der maroden Gegengeraden stehen, hindurch in die Vergangenheit schaut. Woran denkt man dann? Nein, nicht an die geglückten Aufstiege - ach, mag sein, vielleicht ganz kurz, aber woran denkt man wirklich mit Ergriffenheit? Man denkt an 1988. Das ist 18 Jahre her. Man denkt an die Mannschaft, die gegen den verhassten Waldhof vor 32.000 ein 0-2 zur Pause in ein 3-2 gedreht hat. Man denkt an das Rückspiel, in dem in der Nachspielzeit erst das niederschmetternde 0-2 fiel, dann im Gegenzug aber das 1-2 erzielt wurde. Man denkt an Saarbrücken, an das erzwungene dritte Spiel. Man denkt an den Elfmeter, den der Verräter an den Pfosten gesetzt hat. Ja, alles hätte so groß sein können, denkt man, wäre doch nur dieser eine Zentimeter nicht gewesen. Erste Liga - vielleicht hätte man diese Euphorie mitgenommen, wäre die Überraschung der nächsten Saison gewesen. Man hätte an einem guten Tag die Bayern demütigen können. Möglich - warum nicht? Vielleicht hätte man sich in einen europäischen Wettbewerb gespielt, Milan oder Real hier eine legendäre Regenschlacht geliefert, Sponsoren gefunden, die ein modernes Stadion gebaut hätten, Menschen angestellt, die heute alleine damit beschäftigt wären, das enorme Vereinskapital Zins bringend zu verwalten. Vielleicht würde man just in diesem Moment in einer Wand von 90.000 fanatischen Anhängern stehen, in dieser Arena, in der selbst der abgebrühteste Nationalspieler weiche Knie bekäme - und nicht in einer Immobilie, welche die Abrissbirne nicht mehr wert ist - und nicht als einer der letzten, die überhaupt noch geblieben sind - und 18 Jahre sportliche und finanzielle Agonie hätten vielleicht niemals stattgefunden... Dann schaut man wieder aufs Spielfeld, reißt sich zusammen und feuert sein Team an.

Der Schmerz liegt genau genommen im wenn, im dann hingegen kann Zuversicht sein. Das wenn ist dieser verdammte Zentimeter, der fehlte, es ist der Augenblick, den man zu spät geschaltet hat, der eine untaugliche Bierdeckel, der den Rest eines prächtigen Gebäudes zusammenbrechen ließ. Natürlich liegt eine majestätische Würde im wenn. Es ist keinerlei Hohn darin, denn man war würdig. Nein - man ist würdig! Dennoch ist es das wenn, welches in dir wühlt, deine Seele trübt und dich zerstören kann. Am wenn hat sich die schicksalhafte Realität ordentlich ausgetobt. Danach ist sie allerdings satt und trollt sich brav. Sie lässt dir das dann zurück - diesen Traum, den du nicht verwirklichen konntest. Deswegen bleibt er eben das, was er ist, ein Traum. Aber genau dies ist sein Wert. Er ist im Grunde unzerstörbar. Du kannst ihn in den Arm nehmen und streicheln. Ja, man hätte König sein können und man wäre ein guter König gewesen. Niemand würde es wagen, das zu bestreiten, ohne sich lächerlich zu machen. Das Scheitern war einfach zu knapp, zu unglücklich. Freilich, es ist eine Gratwanderung. Es ist, wie so oft, nur die eigene Sichtweise, die zwischen dem Suizid und der Zuversicht liegt. Wirft man herrlich ausgemalte danns unbedacht in einen Topf mit den wenns, so wird evtl. eine verheerende Mischung entstehen. Nimmt man hingegen eines der danns für sich alleine, nur so zum zärtlichen Anschauen und Liebkosen, so kann es ein Quell der Freude sein. Man darf sich als König fühlen. Man darf es tun, ohne dessen lästige Alltagspflichten wahrnehmen zu müssen. Ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, sich in der - nie gewesenen - Realität als schlechter, als ungeliebter König zu entpuppen. Ja, man weiß, man wäre ein großer König und alles wäre heute wunderbar. Wer sollte auch das Gegenteil beweisen?! Es ist ein gutes Gefühl, eines mit Trauerflor, aber es ist ein sehr gutes, eines, das Mut und Selbstbewusstsein nähren kann. Im dann bist du nicht mehr bezwingbar. Das ist der dauerhafte Sieg, der in einer großen Niederlage liegt.

PS: Heute spielt der Waldhof eine Liga unter uns und ist in ähnlich beklagenswertem Zustand. Nein, keinen Spott von hier. Nicht von mir.

Dienstag, September 26, 2006

Aufstand der Vorgartenfauna

„Haben wir nicht ein Fell wie er, zwei Augen, einen Schwanz, vier Beine? Fühlen wir denn keinen Schmerz? Ist unser Blut nicht so rot wie das seine?“, bringt sanft, doch eindringlich, der Unterhändler der Kleinstgeschöpfe vor, ein angegrauter Mäuserich.
„Ja, schon...“
„So ist es nicht recht, was er tut!“
„Nun, es ist vielleicht nur so eine Phase...“
„Er ist ein gemeiner Mörder!“, ruft ein Maulwurf, sein Köpfchen in die falsche Richtung gewandt. - „Vollkommen out of control“, plärrt die dicke Amsel zustimmend dazwischen. - „Selbst Fledermäuse jagt er neuerdings.“ - „Dieser Garten ist ein einziges Massengrab!“,
seufzt eine deren Vertreterinnen, betrübt im Geäst baumelnd.
„Was soll ich da sagen? Eure Überreste liegen ständig in meinem Wohnzimmer herum. Das ist ja auch nicht schön für mich.“
„Herr, Sie müssen ihn stoppen! Sehen Sie nicht, dass er ist ein gefährlicher Psychopath ist?"
„Nun, ich dachte - na ja, so ist eben die Natur, oder nicht?“
„Das hier hat nichts mehr mit angemessener natürlicher Auslese oder Nahrungskette zu tun.“
„Vielleicht hängt es mit der Kastration zusammen. Meine Frau drängte darauf.“
Das ist irrelevant! Im Tierreich gibt es keine Kuscheljustiz!“
„Aber er ist doch wie ein Sohn für mich...“
„Dann ist hier nichts mehr für mich zu tun!“, entgegnet der Vermittler sorgenvoll und verneigt sich knechtisch.

Ich schließe die Tür und lasse die Rollläden herunter, während dieser Spatz mit dem irren Flackern in den Augen „gib den Blutsäufer heraus!“ agitiert und den Terrassenplebs in Kriegsgeheul versetzt. „Du, Pelzmütze, wir sollten mal reden“, beginne ich und streichele dem treudoof dreinschauenden kleinen Mann über den Kopf, als das schlagartig einsetzende Fauchen eine Neuterminierung erzwingt. „O.k., dann vielleicht morgen, ja?!“, sage ich und massiere mir nachdenklich diese fiesen kleinen Gebissabdrücke aus den Unterarmen.

Von den Niederlagen

Ich habe neulich ein großes Spiel gemacht. Ein wichtiges Spiel. Es war mein bestes seit langem. Ich habe gekämpft. Ich habe geflucht. Ich habe geschwitzt. Ich war verzweifelt. Ich war euphorisch. Ich habe alles gegeben. Ich habe mich an meinem Limit bewegt. Ich hatte den Matchball. Ich hatte es in der Hand. Ich habe es verloren.

Als das Schicksal den entscheidenden Ball an der Tischkante entlang gleiten lässt – mit diesem kaum hörbaren kleinen Klock Klick, welches aber für dich so laut ist, dass es sich in deine Schädeldecke fräst – gleicht die Szenerie jenem faszinierenden Augenblick in der zehnten Runde, wenn die siegreiche Faust auf den Kiefer des muskulösen Schwergewichtes hämmert und sich der Schweiß in einer wahren Tropfenexplosion von dessen Stirn löst. Ja, in diesem kleinen Moment gibt es wahrscheinlich nichts auf der Welt, was dich trösten könnte und für einen Sekundenbruchteil bist du der einsamste Mensch in ihr. Und das erste, was du verzerrt wahrnimmst, ist der eigene zornige Schmerzensschrei und du siehst in Zeitlupe das Schlägerholz an der Hallenwand zerbersten. Doch es ist auch der Moment, in dem ein Boxer mein Herz erobert – er tut es, noch bevor sein Körper den Ringboden berührt.

Du liest die Erschöpfung deines Gegenübers an dessen Gesicht ab, spürst seinen entkräfteten Händedruck, vernimmst sein keuchendes, ein ehrliches „verdammt, ich weiß nicht, wann es jemals so hart für mich war“, registrierst das zustimmende Nicken des Zählers. Sie versöhnen dich mit der Niederlage. Es ist wie ein respektvolles Nein statt dem ersehnten Ja. Ein Nein, das dich in solcher Schönheit sterben lässt, dass du damit leben kannst. Eines, das in der Erinnerung viele Jas überdauern wird.

Und während du nachdenklich mit der letzten trockenen Stelle deines Trikots die Tropfen von der Platte wischst, dann fühlst du dich plötzlich, es mag seltsam klingen, ja, fast wie ein hübscher stolzer Schwan und beginnst zu lächeln.

Montag, September 25, 2006

Verstörung plus

Hui, gerade läuft dieses feine Betthupferl. Und wie immer steht in meiner Fernsehzeitung irgendwas von „verstörendem irritierendem Bilderrausch (Meine Güte, der Film ist einfach kranker Scheiß; dann schreibt es doch auch so! Und ja, natürlich liebe ich den Streifen).“
Oh, du bist neu? Nein, halt, nicht einschalten! Ein exquisites Verstörungslevel ist nämlich erreichbar, wenn einem der Harrelson bislang ausschließlich aus der Serie
Cheers bekannt ist. Einfach die Zeit nehmen und vorher ca. 100 Folgen davon verdrücken. Trust me!

Sonntag, September 24, 2006

Hubschrauberpilot der Herzen

Hach, alles, ja, alles, was ich anpacke wird sofort ein Erfolg: Battlefield 2 installiert. Erste Map auf dem ersten Server und sofort habe ich sie für mich gewonnen; nur wenige Minuten, schon lachen die Menschen mich herzlich mit Grinsegesichtern via Chat an.
Ja, mein Foto bekomme sogar einen Ehrenplatz auf der Internetseite des gastgebenden Clans, versprach der Admin.

Samstag, September 23, 2006

Das hässliche Entlein und ich - uncut

Das hässliche Entlein hat es nicht leicht. An seinem ersten Schultag wird es von den Küken Pick, Pack und Pox ganz gemein geärgert. Die drei Fieslinge knabbern mit den Schnäbelchen an ihrem niegelnagelneuen Höslein herum und tauschen ihr heimlich das Hemdchen gegen zwei Einmachgummis aus. Da packt das Entlein seine sieben Sachen in zwei Plastiktüten und rennt weinend davon. Niemals nie will es jemals wieder zur Schule gehen. In seinem ganzen Entleinlebensrest nicht mehr.



Klempnerspalte, Klempnerspalte!“, rufen Pick, Pack und Pox zum Abschied hinterher. Küken können so grausam sein.

Freitag, September 22, 2006

Weird!


Ich hab nach dem sechsten Mal aufgehört. Können wahrscheinlich nur wesentlich klügere Menschen erklären - die mit den Kopfsalaten, nehme ich an.

Donnerstag, September 21, 2006

4 u, Stevie

Mittwoch, September 20, 2006

"La Guerre!"

...“Jaharrr, Blut und Morde!“, donnerte Chrrr triumphierend, sah herab auf seine drei Hohepriester und stimmte sein schauerlichstes Sonntagskriegsgeheule an. Ja, er war wieder da und er fühlte sich wie ein junger Gott.


Stille. Nur das Flackern der riesigen Feuerräder in Chrrrs Augenhöhlen war noch zu vernehmen. Wie gelähmt betrachtete er die Szenerie, dann entwich ihm ein „ach du dicker Vater!“ und seine mächtige Streitaxt sank in Zeitlupe danieder. Die Poing lösten diskret ihre Gesichter vom Tempelboden und sahen sich an: „Pssst... Wiesn?“, fragte der eine – „Mei, gemma!“, antworteten die anderen.

Dienstag, September 19, 2006

Besoffene, kleine Kinder und Ex-Lieblingsfrisörinnen sagen die Wahrheit

Es war dieses „Hiiiimmel! Schätzchen, wirst du grau!“, das mir doch etwas zu spontan für unsere übliche Neckerei erschien und jene Pause auf dem Weg zu „Hust, das macht dich ja eigentlich erst so richtig interessant - ehrlich“, die mir entschieden zu lang bemessen war.

Und wieder ein Platz im Kinderheim belegt...

Mystery Train

Hm, woher der Schädel vom trainbuk wohl so exakt weiß, zu welcher Uhrzeit er täglich gegen die Zugabteilfensterscheibe zu dotzen hat, damit sein Eigentümer nicht am heimatlichen Bahnhof vorbei schnorchelt?

Samstag, September 16, 2006

Befriedigend

…für uns Normalsterbliche ist ja, dass manche Leute, die durchaus in der Lage sind einem die Mechanik dieser Welt zu erklären und deren IQ sicherlich nahe der Zahl 200 dümpelt, nicht selten an den Türen Lebensunfähigkeit und Wahnsinn kratzen. „Ich hole dich um 19.30 zu Hause ab“, spricht man und gabelt sie dann um 20.25 auf, verwirrt am anderen Ende der Stadt wartend. Man zieht bereitwillig sein Hallenschuhwerk aus und verleiht es, damit sie ihr Einzel spielen können. Man schimpft nicht, wenn sie auf der Party eintreffen und einem mit der ernst vorgetragenen Entschuldigung „ich habe es leider nicht ganz geschafft“ eine Tupperschüssel in die Hand drücken, aus der dich ein ungewaschener Kopfsalat anblinzelt. Und man ist auch nicht sonderlich überrascht, wenn die Frage „sag mal, warst du nicht bis gestern eigentlich Rechtshänder?“ eine bejahende Antwort erhält.

Nun, ich sagte befriedigend - nicht beruhigend.

Phate Altenhilfe bei Trainbuk

Ich bin ja schließlich kein Kumpelbumser! Also, bevor ihr wieder mal als Nullchecker im Fummelbunker unangenehm auffallt - peilt das!

Freitag, September 15, 2006

Solide riechen

Wenn ich morgens das Abteil betrete, mögen unvorbereitete Dritte sicherlich entsetzt vermuten, der Zug selbst sei gerade über meine Visage gefahren und ich hätte durchaus Verständnis dafür, dass Mütter ihre Kinder schützend beiseite nähmen, ja so arg zerknittert sehe ich zu dieser Tageszeit aus. Allerdings rieche ich zum Ausgleich dafür wie ein durchschnittlich großer Puff...Da! Schau - das war doch jetzt schon wieder fürchterlich tapsig und flapsig formuliert. Es ist immer das gleiche mit mir. Ich bin sehr verärgert. Man könnte jetzt problemlos und messerscharf einwenden, dass ich eigentlich gar nicht wissen sollte, wie ein mittelgroßes Bordell gemeinhin so rieche. Vollkommen berechtigt, denn das entspräche der Wahrheit, weil ich tatsächlich nicht die geringste Ahnung davon habe. Und bevor sogar noch jemandem auffällt, dass ich hier im Grunde rotzfrech unterstelle, meine Leserschaft besäße dieses ehrabschneidende Wissen und auf diesem Wege deren ohnehin spärliche Zahl massiv verringere, ziehe ich entschuldigend die Reißleine und sage: „Das sehe ich ein! Es tut mir leid. Ich habe das halt einfach mal so schnoddrig dahergesagt.“ Ansonsten bliebe ich wohl sehr einsam zurück und scharte nur noch das Häuflein Verzweifelter, die hier nach modrig schmeckenden Gliedern suchen, als Gäste um mich – nein, das möchte ich einfach so nicht. Es ist daher klüger sich z. B. auf den Begriff „Douglas-Filiale“ zu einigen. Da kann sich ein jeder etwas darunter vorstellen. Ja, ungefähr so rieche ich, nur eben nicht nach Parfum-Mischmasch, sondern ausschließlich nach sehr erlesenem Männerduft...Wobei, das war jetzt auch nicht wirklich geglückt. Möglicherweise fühlt sich nun eine dieser wunderbaren, sehr gepflegten Damen, die dort auf der Lohnliste stehen, auf die Pumps getreten und springt gleich zornesrot reklamierend auf, von wegen sie wolle mit ihrem Arbeitsplatz nicht in die Nähe einer solchen Einrichtung gerückt werden und was ich unverschämter Mistkerl mir einbilde; so oder so ähnlich könnte die mir ins knittrige Antlitz kreischen. Nicht auszudenken. Eine ehrliche Arbeitnehmerin und Steuerzahlerin sei sie, könnte diese Frau, den Tränen nahe schluchzen, und auch wenn sie zwar öfters wechselnde und immer jüngere Liebschaften habe, manchmal auch mehrere zugleich, was aber heutzutage wohl kein Thema mehr sein dürfe, und sie sich zugegebenermaßen gerne sexy anziehe, dabei auf Cocktailpartys manchmal Leibwäschestücke vergesse; ja, was solle denn dabei sein - dass sie eben gerne die Rolle des devoten Luders spiele, aber eben nur im Bett, denn ansonsten stehe sie nämlich mit beiden Beinen im Leben, habe auch mal drei Semester Betriebswirtschaft studiert und verbitte sich daher von mir oberlehrerhaft als Schlampe vorverurteilt zu werden - schließlich seien wir nicht mehr im Mittelalter und überhaupt, ginge mich ihr Lebenswandel einen ziemlich feuchten Kehricht an. Also, eine derartige Maßregelung wäre mir ebenfalls reichlich unangenehm, muss ich sagen. Ich werde diese missverständliche Wortfolge am besten weglassen, wir vergessen das ganze und wir einigen uns auf das Adjektiv „gut“. Was wäre denn bitte auch gegen dieses Wort einzuwenden?! Ja, „gut“ - ein solides deutsches Wort. Man kann es nicht kaputt nuscheln oder etwa ganze Silben verschlucken. Ein schöner, klarer, reiner Ausdruck. Wir sollten solche Worte im Alltag viel öfter nutzen, anstatt wie die Pfauen mit irgendwelchen Pillepalle-Formulierungen Eindruck schinden zu wollen. Auf den Punkt muss man die Dinge bringen. Einfach und verständlich. Ich rieche „gut“ am Morgen und ich schäme mich dieser schlichten unverfänglichen Wortwahl nicht. Und wie man „gut“ riecht, sollte hier auch jedem einleuchten. Himmel, das ist doch nun nicht so schwer zu verstehen! Ich möchte jetzt auch nicht weiter darüber diskutieren. Also: Ich sehe, wie bereits erwähnt, zwar keineswegs einladend aus, rieche aber so. Der freie Platz neben mir wird folglich von ansehnlichen Damen nicht verschmäht. Und wenn im Abteil Stille eingekehrt ist und ich mit geschlossenen Augen ein wenig döse, dann kann ich zuweilen ihre Nasenflügel interessiert zittern, ihr leises, ganz vorsichtiges und auf Unaufdringlichkeit bedachtes Schnüffeln hören. Und was ich eigentlich sagen wollte: Rrrrrrrraaah, ich liebe es, wenn Ihr das tut!

Donnerstag, September 14, 2006

Sehr verehrte Googlerinnen,


...sind leider momentan aus. Ich hatte sie aufgrund mangelnder Nachfrage aus dem Sortiment genommen. Allerdings werde ich Ihren Wünschen gerne nach individueller Terminabsprache entsprechen.

Beste Grüße
Ihr

Trainbuk
"to serve and protect"

Mittwoch, September 13, 2006

Nützliches Hochzeitsgeschenk


Eben beim Rumtigern und Stöbern entdeckt. Sooo, nur noch ein bisschen Tipp-Ex an die richtigen Stellen und fertig ist die Laube! Ach, ich glaube in der Küche ist noch Platz...

City 34117

„Der Himmel verdüstert sich.“ Es war ein typischer Spätsommertag - zumindest für diese Region. „Ja, und es wird kälter. Schätze, wir sind bald da.“ Es war jedes verdammte Mal so und er hasste diese Stadt dafür. „Ich kann nicht glauben, dass sie uns schon wieder hierher geschickt haben. Gerade hatte ich mich einigermaßen von dem Dezember-Einsatz erholt.“ - „So schlimm wird es schon nicht werden", entgegnete JK beschwichtigend. Ja, JK, sein kompakter Begleiter; er hatte gut reden - aufgewachsen im Schatten der südlicher gelegenen Zwillingsstadt, war er sozusagen ein Kind urbaner Tristesse. „Du bist aus Fr´Ankh-Ost. Trostlosigkeit ist dein täglich´ Brot. Uns Menschen aus den Südprovinzen aber macht sie krank. Ja, sie verdunkelt unser Gemüt.“ Er schaute durch das Fenster. Vor ihm lag es wieder, dieses architektonische Trakl-Gedicht. Die Bremsen griffen. „Los, los, los!“, schallte es ungeduldig aus der Tiefe des Transporters.

Schweigend, angespannt schlichen sie durch die langen Flure des großen Verwaltungsgebäudes. „Sag, warum trägst du die eigentlich immer mit dir rum?“ brach JK plötzlich die Stille. „Halts Maul“, gab er zurück und umklammerte den Schaft seiner Taschenlampe, so fest, dass die Fingerknöchel sich weiß färbten.

Wie immer verfolgte er die Gabel auf ihrem Weg zu seinem geöffneten Mund mit skeptischem Blick. Nein, er traute seinen eigenen Händen nicht, wenn er an diesem Ort war. So, als könnten sie eventuell vergessen, dass sie momentan als Hilfskräfte zur Nahrungsaufnahme abkommandiert waren, sich der Nudeln entledigen und gegen ihren Herrn wenden. Ja, er fürchtete, er könnte sich jeden Moment ungewollt mit einem „Oh Gott, es ist alles so sinnlos!“ die Gabel ins Herz rammen. „Es klart auf“, flüsterte sein Gegenüber in diesen Gedanken hinein, und dann etwas forscher: „Schau doch!“ Tatsächlich. Sonne flutete den Raum und tauchte ihn in unwirkliches Licht. „Sonne?!“ Er drehte verwirrt den Kopf. Einheimische jaulten auf, als sie von den Strahlen erfasst wurden. Es war nicht zu erkennen, ob es Laute der Pein oder ungläubiger Freude waren.

Die Abendsonne umarmte zärtlich den alten Bahnhof als sie eintrafen. Er hielt inne und leckte die kleinen Schweißtropfen, die sich in den Bartstoppeln seiner Oberlippe verschanzt hatten - salziger, warmer, herrlicher Schweiß. „Na ja, vielleicht ist es gar nicht so übel hier“, sagte er zögerlich, „es soll auch sehr schöne Ecken geben.“ Sein Begleiter sah ihn ein wenig fassungslos an. „Genau, vielleicht ist dies ja der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, ergänzte JK nach einer kurzen Pause schlagfertig und begann zu grinsen. Dann lachten sie. - „Wir müssen los, Männer“, rief der Uniformierte unruhig in ihre Richtung, „bevor die Nacht anbricht.“ - Laut und herzlich. Er löschte die Glut der Filterlosen auf seinem nassen Handrücken und stupste den Schaffner mit einem Augenzwinkern in die Seite bevor er aufsprang.

Dienstag, September 12, 2006

Elternabend, spontaner Gedanke zum

Verdammt, ich bin einfach zu jung für diesen Scheiß!

Montag, September 11, 2006

Pontifexreflex

Na toll, hoffentlich kriegen wir jetzt keine Scherereien deswegen. Also, ich muss dazu sagen, ich knall ja Vertretern grundsätzlich die Türe vor der Nase zu. Die Seelsorge der Vorwerk-, Flugrettungspolicen- und TV-Zeitschriftenverticker kann z. B. ein Lied davon singen. Aber vielleicht bin ich diesmal etwas zu weit gegangen - als Ratz forsch mit „die Welt braucht Gott“ seinen Herrn anpries und mir ein automatisches „Nö, nimm ma´ schön wieder mit!“ entfleuchte. ´Schuldigung!

Geschwisterliebe

"Also ich habe ja schon bei der Hochzeit von H. und V. gespürt, dass eigentlich P. und H. zusammengehören", sagt S., eine gemeinsame Freundin von H., V., P. und mir, die, das nur am Rande, recht oft mit den Engeln spricht. - "So? Nun, es wird V. sicher trösten, dass du dieses Wissen nach 10 Jahren mit uns allen teilst. Vielleicht weint er dann nicht mehr ganz so arg. Wenn er nachts alleine in seinem alten Kinderzimmer sitzt." - "Ja, gestern habe ich H. und P. getroffen. Hach, ein tolles Paar, füreinander geschaffen. Wie Geschwister." - "Wie? Die ficken nicht mal?"

Sonntag, September 10, 2006

Versöhnung bei Sonnenuntergang


Der alten Dame Hertha einen ganz großen Kampf geliefert. Bitte mehr davon am Mittwoch gegen den Britta-Filter-Club. Wir werden da sein. Wir waren immer da. You´ll never walk alone...

Der beste Ehemann von allen

„Duhu, (insert kaufst-du-mir-das-kosename), ich habe gerade meine Kronen beim Essen verschluckt!“

Natürlich läge es nahe, nun drohend den Zeigefinger zu erheben und zu sprechen:

"Ich arbeite mir tagein tagaus die Finger blutig, um euch ein warmes Heim, Kleidung und Goldkronen bieten zu können. Und was tut meine Frau? Sie schluckt Zahnimplantate im Wert unseres Autos hinunter. Geh zum Arzt, habe ich vor Wochen gesagt, aber hört man auf mich? Nein! Alles andere ist ja wichtiger! Du bist eine schlechte Frau und du hast mich sehr, sehr enttäuscht. Morgen werde ich die Scheidung einreichen. Das Kind bleibt natürlich bei mir, damit es nicht der Verwahrlosung anheim fällt. Und glaube ja nicht, dass du auch nur einen Cent von mir siehst!"

Die meisten Gatten würden solcherart zu ihrer tollpatschigen Ehefrau reden und ja, Recht hätten sie.

Ich dagegen halte ein schlichtes „(insert ich-bin-dir-nicht-böse-dafür-gehen-wir-jetzt-aber-sofort-nach-oben-und-tust-ferkeliges-mit-mir-kosename), dann musst du ab morgen eben durch ein Sieb kacken!“ für absolut ausreichend.

Wahrscheinlich liebt sie mich genau deswegen. Und ja, Recht hätte sie.

Von recht gut investierten € 76,- (zzgl. MwSt)

"Bussi. Und, wie war dein Tag, Schatz?", sprach der gute Rudolph liebevoll, als ihn die Kamera zu Beginn der Sendung bei seiner nachmittäglichen Heimkehr zeigte, um sodann locker flockig aus der Mattscheibe - und im Arm hatte er diese enorm große Bohrmaschine - ein panzerbrechend selbstbewusstes "ach, ich bin gar nicht so anders, im Grunde sind doch alle Menschen objektophil" in meine Richtung zu schleudern.

Ein Glück, dass ich bereits seit einigen Jahren tagsüber meinen Kinnladenhalter trage.

Samstag, September 09, 2006

Haarplanänderung

<- Der Plan!










Die Umsetzung! ->

Ich wasch mir jetzt die Locken und verbringe den Rest des Abends zu Hause. Ist besser so - vielleicht bin ich ja gefährlich.

Zichtenmafia

Ich will ja aufhören, aber die lassen ihre besten Kunden nicht einfach so weg. Jedesmal wenn sie riechen, dass ich auf dem Absprung bin, spielen sie mir wieder diskret solche Dinge in die Hand, diese Teufel!


Und bitte, was soll ich denn sonst damit machen? Etwa kleine Teelichter am Badewannenrand anzünden, oder wie?

Lendenproblem

„…und bring Schweinelende mit …“ Ja, ja, ja! Das steht hier doch nirgends! Kurzerhand wechsle ich meine Sehschwäche auf Hyperopie, um der Kassiererin unauffällig Details zu entlocken. - „Lende“, liest die aber bloß vom Zettel ab, „inne Tiefkühltruhe!“ Ein jämmerlicher Service! Warum steht die Truhe nicht direkt an der Kasse, wo man mir mehrere ausgewählte Lenden vor die Nase halten könnte, auf dass ich mit Kennerblick entscheiden dürfte, welche mir am leckersten aussähe. Also doch wieder um die Truhe schleichen. „Die haben ja schon ein stattliches Angebot hier, im Lendenbereich,“ lass ich mal so neben der Hausfrau neben mir fallen, „aber man muss ja heutzutage sehr genau schauen, dass man da kein Gammelfleisch erwischt“, und lächle auf meine unwiderstehliche Art und Weise. „Die Lende hier ist in Ordnung, ich kauf die auch immer“, entgegnet die Frau stirnrunzelnd und packt hastig zwei Schweinefilets ein. Die dumme Nuss!

Freitag, September 08, 2006

Blitzbärtchens Rache

„Hm, faszinierend sind die mit feinem Gezickzacke verzierten dunklen, jugendlichen Wangen ja schon anzuschauen. Ein Ex-Blitzbärtchen erzählte mir einmal unter der Hand, er sei früher gehumpelt, um eine im Kampf mit verfeindeten Blitzbärtchenstämmen zugezogene alte Schusswunde zu simulieren. Das erzeuge Respekt - bei den Blitzbärtchenträgerkameraden und auch jenen, die einen noch nicht so genau kennen. Das wird dann mit den spöttisch runterhängenden Lippen und ein wenig derber Sprache quasi zu einem respektablen Drohfederkleid. Zugegeben. Aber was ich nicht verstehe - nimmt die Bärtchenpflege den Träger so sehr in Anspruch, dass er keine Zeit mehr für den Ankleidevorgang hat? Anscheinend muss er immer in Eile in Trainingshosen hüpfen, die Basecap dann schnell wie einen Hut auf die Rübe – und in der Hektik ist´ s rasch passiert - zeigt das Schild schräg in die Landschaft. Das sieht ja aus wie Kraut und Rüben. Das macht doch die ganze schöne Gefährlichkeit wieder kaputt. Hach, vielleicht hätte ich ihn vorhin nicht ganz so arg auslachen sollen…“ Dies und „das mit der Trainingshose und den Turnschuhen ist aber eigentlich doch recht praktisch“, dachte er noch bei sich, als es gegen 23.40 Uhr zum entscheidenden Spiel an die Platte zu stapfen galt. Der Gegner legte derweilen Hut und sämtliche vorgetäuschten Gehbehinderungen ab...

Auf dem Weg zur Umkleidekabine, an den erloschenen Augen seiner demoralisierten Mannschaft vorbei, gefühlte 23.43 Uhr, versuchte er lässig ein Bein nachzuziehen. Aber es wollte einfach nicht recht wirken.

Donnerstag, September 07, 2006

Geschmackssache


Ehrlich gesagt, ich habe ja eher eine Vorliebe für rasierte... Achselhöhlen.

Montag, September 04, 2006

Kompliment

„Der neue Nachbar ist wirklich toll. Vorhin habe ich ihn im Treppenhaus gesehen und bei dieser Gelegenheit auch mal gelobt: `Man hört und sieht Sie ja den ganzen Tag nicht – prima!´“

Sonntag, September 03, 2006

Kein Wunderkind

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“, wurde diese Woche unter anderem dem kleinen Nils auf der Seite mit den Schulanfangsgrüßen mitgeteilt. Und eine junge Dame bekam gar eine lyrische Schultüte, die da eröffnete: „Von guten Mächten / wunderbar geborgen / erwarten wir getrost / was kommen mag / Gott ist mit uns am Abend / und am Morgen und / ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Ach herrje, hätte das doch auch jemand mir bereits so früh und glaubhaft vermittelt… Aber es wäre wohl dennoch nicht auf fruchtbaren Boden gefallen - ich las ja damals leider noch keine Tageszeitung. Ehrlich gesagt, ich konnte eigentlich noch gar nicht lesen, war eben schon immer ein sehr begriffsstutziger kleiner Racker.

Small Talk

„…nun, es ist ja nicht so, dass mich hier gar nichts mehr hielte. Schließlich könnte ich in Südeuropa keine Theaterstücke besuchen, die mit Weisheiten wie ´des Hirn aaner Frau, der Maache aaner Sau, de Inhalt aaner Lewwerworschd, bleiwe für immer unerforschd´ enden und danach mit denen da hinten noch um die Häuser ziehen.“
„Hm“, brummt der Wirt, während er gelangweilt Pils zapft und ab und an einen Blick auf Freund F. richtet, der gerade im Hintergrund mit einem anderen Verstörten um den Feuerlöscher ringt, sich schließlich aber, seinem Kosenamen ein wenig Ehre machend, für einen Barhocker als Mikrofonersatz zur Wiedergabe von „Ich war noch niemals in New York“ entscheidet.
„Weißt du, wir nennen ihn den Fernünftigen F.“
„Aha.“
„Heee, die Dicke da sacht, sie würd´ auch schlugge“, plärrt das Gesprächthema.
„Aber natürlich ist das keine Zustandsbeschreibung.“
„Klar.“
„Ach, Ihr seid doch alles Schwuchteln!“
„Sagen wir mal so, es ist mehr eine unverbindliche Absichtserklärung seinerseits.“
„Hm.“
„Übrigens, schöner Laden. Genau so stell ich´ s mir in der Geflickten Trommel vor.“
„Danke.“
„Ja, doch, ich bin mir sicher, ohne perfekte Spanischkenntnisse dürfte die ganze Sache dort nur halb so viel Freude machen…“
„Pils?“
„Her damit!“

Freitag, September 01, 2006

Neulink

Essen ist ja bekanntlich der Sex des Alters. In diesem Sinne: Willkommen, Unkita!

Kleiner Moers zur Nacht