Freitag, Juni 30, 2006
Donnerstag, Juni 29, 2006
Themen jenseits der WM XII - "Naiv" ist solch ein hässlich Wort
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

„Nie wieder Alhohol!“, stöhnt Mandy kopfschmerzgepeinigt, als sie wieder mal am helllichten Tage in ihrem Stammlokal, der „schluckBude“ erwacht. „Siehst heute ziemlich aufgedunsen aus, du alte Schlampe“, lacht da Wirt Rico (nicht im Bild) gerade, „aber dat steht dir!“, während sie im Zuge ihrer vergeblichen Aufrichtbemühungen heimlich an ihrem Kneipenteamhemdchen (Aufdruck Rückseite, gold: „Budenluder“) schnüffelt. „Dat geht noch“, nuschelt der aufmerksame Rico, „haste ja kaum angehabt“ und deutet, zwei Pils zu zapfen beginnend, mit dem Daumen hinter sich in Richtung Toiletten: „Mach dich frisch - Handtuch habbich dir schon hingelegt“, worauf das verkaterte Spelunkenmaskottchen den drohenden Pflichtbesuch der eigenen Wohnung erleichtert verwirft: Schließlich beginnt ja schon in 30 Stunden das WM-Viertelfinale...
Mittwoch, Juni 28, 2006
Themen jenseits der WM XI - Guter Tag in Softwarelösung ohne Echtweltbezug
Wo gehobelt wird, da fallen Spanier
Als Gegenleistung bekam ich die erwünschte Orangenausfahrt und heute Abend - quasi die zweite Rate - den geforderten Zuschauer im rosa Häschenkostüm sowie einen Schiri namens Roberto Rosette. Das ist schon sehr okay. Finde ich.

Dienstag, Juni 27, 2006
Eternal Van der Sar
Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem hier ist folglich nicht zu leugnen. Und wäre es zu einem Aufeinandertreffen mit dem deutschen Team gekommen, niemand hätte wirklich überrascht sein dürfen, wenn im Kabinengang zwei Männer plötzlich ihre Schwerter gezogen und sich einen erbitterten Kampf geliefert hätten. Schade (<- ach nein, nicht wirklich), aber dazu wird es ja nun nicht mehr kommen. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Na, was solls, das Jahrhundert hat schließlich gerade erst angefangen und die haben ja alle Zeit der Welt, die beiden.
Montag, Juni 26, 2006
Tue jeden Tag etwas, das du noch nie getan hast
Samstag, Juni 24, 2006
Themen jenseits der WM X - Businessplan
Einen Haken hat die Sache natürlich: Brillenträgern ist z. B. damit nur bedingt geholfen. Ich beabsichtige daher, die japanische Kernkompetenz zu demütigen, indem ich diese Marktlücke füllen und ein Konkurrenzprodukt mit Sprachausgabe für den Kreis der schlafgestörten Sehbehinderten entwickeln werde. „Nimm´s locker, mach einen gepflegten Gute-Nacht-Spaziergang zum Automaten, zieh dir ´nen Gothic-Lolita-Tanga und spiel am Zipfel bis die Augen zufallen!“ - So würden meine Kissen zu den, sich nächtens durch die Schlafstätten der Tokioter Wohnwaben wälzenden, Menschen blöken. Klagen der bis dato noch gesunden Wabennachbarn ließen mich indes kalt. Diese Sonderlinge mögen sich halt ebenfalls eine ordentliche Dysfunktion zulegen und gefälligst meine Kissen kaufen!
Und außerdem wohne ich ja dann sowieso in Brasilien, um die Produktion meiner florierenden - mich durch den täglich steigenden Fernostexport schweinereich machenden - Schnüffelschlüpferautomatenfabrik zu beaufsichtigen.
Mittwoch, Juni 21, 2006
In diesem Moment, irgendwo in Deutschland...
Sportkameraden, worst case!
Der Fiesling hat uns gelinkt!
Ja, die Mannschaft ist in einem erschreckend guten Zustand!
Aber wer konnte das denn vorher ahnen?
Am Ende wird dieser Kretin noch den Titel holen!
Auf den schwammigen Brasilianer können wir uns jedenfalls nicht verlassen!
Der Pöbel wird dem Lump ein Denkmal setzen und uns vergessen!
Die Finanzplanung ging davon aus, dass er mit seiner ganzen Bande davon gejagt wird – Ruin!
Man darf nicht länger zuwarten!
Wir werden alle sterben!
Operation Schwabenschlag muss unverzüglich anlaufen! Pock mers, Lot...
Keine Namen, bitte.
Montag, Juni 19, 2006
Themen jenseits der WM VIII - Chinatown
Ooooh, Scheibenkleister!
Sonntag, Juni 18, 2006
Du weißt es ist WM...
...wenn du dein schniekes neues orangenes Hemd trägst und dich irgendwie schmutzig dabei fühlst.
Freitag, Juni 16, 2006
Themen jenseits der WM VII - Zufall?
Mittwoch, Juni 14, 2006
Dienstag, Juni 13, 2006
Kroatien - Brasilien
„Kranjar, du mieser Feigling!“ (1)
„Parreira, du harte Sau!“ (2)
„Beckmann, du elender Labersack!“ (3)
...würde ich höchstwahrscheinlich morgen in fetten Lettern schreiben, wäre ich ein kroatischer, brasilianischer oder gar deutscher Sportjournalist. Haben die ein Glück. Echt getz.
1 für die Auswechslung Klasnics
2 für die Aufstellung und reichlich späte Auswechslung Ronaldos
3 für (u. a. !!!!) die Demonstration, dass der Satz „Es noch nicht das Land des Lächelns für Ronaldinho“ bei ständiger Wiederholung sehr verliert.
Highlander
Montag, Juni 12, 2006
Themen jenseits der WM V - Vade retro, Musikus!
Ich behaupte hier und heute, diese Leute sind nur aufgrund eines großen Generationenmissverständnisses noch in der Lage Brot mit ihrem Tun zu erwerben! Irgendwie denkt meine Generation wohl, die vorige könne keinen runden Geburtstag ohne einen solchen Kameraden genießen. Und die Älteren wiederum wollen uns nicht mit undankbarem Gemecker auf die Füße treten, weil wir es ja gut damit meinen, und sagen einfach aus Höflichkeit artig danke. Beobachtet man sie aufmerksam, so stellt man freilich fest, dass auch sie nur anlässlich der Abschiedsworte klatschen. Nichtsdestotrotz, auf diesem Wege wird sich der Berufsstand wahrscheinlich noch einige Jahre über Wasser halten.
Moment, halt mal - wenn die Alten sterben, ohne dass wir uns jemals in dieser Angelegenheit ausgesprochen haben – dann… dann denken unsere Kinder: „Holla, Paps hat doch für Opi immer diese Orgelfritzen bestellt, also schenken wir ihm doch einfach einen zum Fünfzigsten. Wir finden die zwar widerlich, aber Paps solls ja schön haben an seinem Geburtstag.“ - „Ja“, sagen dann die Geschwister, „schließlich ist es doch sein Ehrentag.“ Oh, mein Gott! OH, MEIN GOTT!
Ich drehe meinen Kopf ruckartig zum Orgelknaben. Ja, er hat mich beobachtet, lächelt wissend und diabolisch, spitzt genüsslich die Lippen und beginnt leise ein höhnisches „I will survive“ zu pfeifen...
Sonntag, Juni 11, 2006
Randnotiz
Weil´s so selten ist
...mein Lob fürs Werbervolk, möchte ich gerne mal erwähnen, dass mir die TV-Spots hier sehr gut gefallen!
Kluge Namenswahl
Themen jenseits der WM IV - Exzessfreie Geburtstagsfeier
Themen jenseits der WM III - Friseurbesuch
„Compadre, ich hab deine Frau mal schön nuttigblond gemacht“, sagte der Freund und Leibbarbier heute, "so, wie du es gerne hast."
Hm, jetzt, wo ich es geschrieben vor mir sehe, da wirkt das irgendwie schäbig von mir.
Samstag, Juni 10, 2006
Themen jenseits der WM II - Davon, wie es dazu kam, dass in meinem Badezimmer nun Saunahandtücher mit der Aufschrift „für untenrum“ hängen.
Themen jenseits der WM I - Westernklassiker
Im Übrigen beschäftigt mich bis heute die Frage, was wohl eine angemessene Strafe für jenen schlechten Menschen darstellen könnte, der den tollen Originaltitel The Good, the Bad and the Ugly (oder noch klangvoller: Il buono, il brutto, il cattivo) durch diese alberne Hill-Spencer-auf-die-Omme-Klopper-Filmchen-Assoziation beschmutzt hat.
Alles anders
Donnerstag, Juni 08, 2006
Manchmal mach ich mich selbst fürchten
Einzige bisher verspürbare Auftaktspielvorfreude: „Hach, was wird der
19-Uhr-Zug morgen so schön leer sein!“
Hallo, ich bin der T. und ich brauche professionelle Hilfe – schnell!
Holiday on ICE
Heissa! Seit Jahren wieder mal im ICE! Da begrüßt einen der Zugchef mit Pilotencharme und dies sogar zweisprachig. Keine Spur von den dicken schwitzenden brummigen Kontrollorganen der stinkigen Pendlerbüchsen. Nein, ein gertenschlankes Blondchen stöckelt wieselflink und voller Arbeitsfreude von Platz zu Platz, um die Gäste mit einem strahlenden Lächeln, dampfendem Kaffee und sonstigen Leckereien zu versorgen. Kurz und gut: Es herrscht ein Klima von geschäftiger Entspanntheit. Nur einmal, ein kurzes Erschrecken: Der Chef lässt entschuldigungsüberladen mitteilen, der Zug habe momentan ca. vier Minuten Verspätung. Ja, ach du liebe Zeit! Doch dieser Teufelskerl im Cockpit beschleunigt auf 250 km/h, meistert so die o. a. Turbulenz und schon bald weicht auch die Sorge von den Gesichtszügen der Fahrgäste. Hach, eine ICE-Fahrt ist einfach wie Fliegen - nur eben teurer. Man kann Kopfhörer kaufen, und beim Vorbeirauschen aus dem Fenster betrachtet, wirkt selbst der Bahnhof von Kassel nicht mehr ganz so abstoßend.
Kurz vor dem Zielbahnhof ziehe ich meine lässig ausgestreckten Beine ein, richte mich auf, schiebe einen Kaugummi in die Backentasche und klatsche anerkennend, als die Bremsen leise greifen.
Frühwerk

Und obwohl ich eben noch der Meinung war, sie seien Produkt einer Mischung aus Kältezittern und reichlich Becks-Konsum, lasse ich mir von denen auch gerne eine Seinskrise, Depression, seelisch-emotionale Zerrissenheit o. ä. andichten, auf dass dem Werk mehr Tiefe verliehen werde.

Aus diesem Grunde habe ich den Arbeitstitel „Scheißkälte und Vollsuff“ kurzerhand durch „Wesermelancholie 6-6-6“ ersetzt.

Das sollte wohl genügen.
Mittwoch, Juni 07, 2006
Cooler Kleiderknigge
Freilich hatte sie Recht: Auch in Bremen, wo ich am 06.06. meine geschenkte Depeche-Mode-Karte open air einlöste, trug kein Mensch Wolljacke. Die umstehenden Konzertbesucher waren allesamt in edelste Sommer-Daunen gehüllt.
Sonntag, Juni 04, 2006
Über das korrekte Lachverhalten bei der Ansicht von Urlaubstagebüchern
Ach nein, sicher nicht.
Aber wenn sie dies, mal rein hypothetisch, in der Form täten, dass mit Filzer kleine Formularvordrucke in das Büchlein gemalt würden – dann vielleicht? Wenn da z. B. hinter dem vorgemalten „Fotos gefertigt?“ im vorgemalten Nein-Kästchen ein Kreuzlein stünde? Und man wüsste zudem sehr genau um die Ernsthaftigkeit dieser Verfahrensweise?
Ja, dann vielleicht schon. Wobei, ggf. besser im Verborgenen darüber lachen. Man kann ja nie wissen.
Samstag, Juni 03, 2006
Warum die Rosenverkäufer so traurig schauen...
Und? Läuft denn da was?
Ach du, das ist halt so eine mit Rosen, Essen, Kerzen und 45 Minuten Petting vorher. Puh.
Hm, verstehe.
Und in unserem Alter, da zieht doch de Babba liwwer die Gummistiwwel aa unn macht glei uff de Acker!
Schönes Bild, ja.
Mutterherz
M: Und, wann fahrt ihr los?
S: So gegen acht.
M: Und wann kommt ihr an?
S: Keine Ahnung.
M: Vier Sunden?
S: Mag sein. Immer noch keine Ahnung.
M: Doch, vier Stunden.
S: Gerne.
M: Was nimmst du mit?
S: Entscheide ich beim Packen.
M: Nimm was Warmes mit.
S: Japp.
M: Bremen ist ja sehr schön.
S: Möglich.
M: Wetter soll ja Montag auch besser werden.
S: Wie gut genau?
M: Ja, besser.
S: Und in Bremen auch?
M: Die haben da eine schöne Innenstadt.
S: Notiert, wird angeschaut.
M: Pass aber auf dein Portemonnaie auf.
S: Klar.
M: Dass es nicht geklaut wird.
S: Erschrick nicht, aber ich verlasse nicht nur täglich das Haus...
M: Man muss ja aufpassen heutzutage.
S: ...ich laufe sogar oft an Menschen vorbei, die harte Drogen konsumieren.
M: Ich sag ja nur.
S: Ich sag ja nix.
M: Ich meins ja nur gut.
S: Hab nichts anderes unterstellt.
M: Und rauch nicht so viel.
S: Quasi schon aufgehört.
M: Du sollst deine Mutter nicht auf den Arm nehmen.
S: Schuldigung.
M: Du bist mein Sohn und ich kann dir immer noch auf den Backen hauen.
S: Natürlich.
M: Du musst mehr schlafen!
S: Ich merks mir.
M: Jaja - na, hab viel Spaß in Bremen.
S: Aach, ich weiß nicht.
M: Wieso?
S: Hab gehört, da sollen ganz hässlich schlechte Menschen wohnen.
M: Duuu!
Blondine, ohne Witz
Nicht einmal der alte gedankliche Strohhalm von den „gut fickenden Dummen“ vermag da, selbst bei notgeilen Männern, noch etwas zu retten. Das ist m. E. sowieso nur ein Mythos. Ich denke, die Dummen sind analog den Sturzbetrunkenen einfach nur fickwilliger, was aber keine brauchbare Aussage zur Fickqualität darstellt. Modernes Fickqualitätsmanagement bedarf durchaus einer ordentlichen Portion Phantasie sowie Auffassungsgabe, will man / frau flexibel unter Beibehaltung eines hohen Lustniveaus auf die Bedürfnisse von Geficktwerdenden eingehen bzw. eine stetige Evaluation des eigenen Fickverhaltens gewährleisten... na, aber wir wollen ja nicht schon wieder abschweifen – also, nehmt das:
„Das Lied kenn ich! Das gibts heute noch!“, plärrte die flüchtige Bekannte – der, dies sei versichert, Begriffe wie Ironie, insbesondere Selbstironie, vollkommen fremd sind - beim Hören der Hymne. Der Nationalhymne. Der deutschen Nationalhymne.
Hat Kinder. Hat Wahlrecht. Hat Geschäftsfähigkeit. Da kommt man schon ins Grübeln. Irgendwie.
Altersschnuppheit
Freitag, Juni 02, 2006
Unbegabter Lyriker, nicht nach dem, sondern ohne Brot gehend
der trainbuk jauchzt entzückt
nach all den jahrn der werbequal
scheint diese ihm geglückt
bizarres zeuch, das macht ihn froh
gekauft! was es auch sei
als konsument belohnt man so:
ich nehm davon gleich drei!

so willig und mit prallem sack
voll gold und euros drin
beschimpft er das reklamepack:
wo soll mein geld nun hin?
tja, ratlos guckt der arme wicht
kamumbel an, was schweigt sich aus
der trainbuk seufzt: dann eben nicht!
stapft brotlos weiter, fährt nach haus

