Trainbuk

Freitag, Juni 30, 2006

Viertelfinaljubelerlass

Tritt hiermit in Kraft. Ausführung!

Donnerstag, Juni 29, 2006

Themen jenseits der WM XII - "Naiv" ist solch ein hässlich Wort

Daher will ich jenen Menschen, der bereits vor Abfahrt unserer Regionalbahnsauna frohgemut eine Pizza zu seiner Heimstatt orderte, nicht so, nein, den mag ich lieber gottvertrauend nennen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel


„Nie wieder Alhohol!“, stöhnt Mandy kopfschmerzgepeinigt, als sie wieder mal am helllichten Tage in ihrem Stammlokal, der „schluckBude“ erwacht. „Siehst heute ziemlich aufgedunsen aus, du alte Schlampe“, lacht da Wirt Rico (nicht im Bild) gerade, „aber dat steht dir!“, während sie im Zuge ihrer vergeblichen Aufrichtbemühungen heimlich an ihrem Kneipenteamhemdchen (Aufdruck Rückseite, gold: „Budenluder“) schnüffelt. „Dat geht noch“, nuschelt der aufmerksame Rico, „haste ja kaum angehabt“ und deutet, zwei Pils zu zapfen beginnend, mit dem Daumen hinter sich in Richtung Toiletten: „Mach dich frisch - Handtuch habbich dir schon hingelegt“, worauf das verkaterte Spelunkenmaskottchen den drohenden Pflichtbesuch der eigenen Wohnung erleichtert verwirft: Schließlich beginnt ja schon in 30 Stunden das WM-Viertelfinale...

Mittwoch, Juni 28, 2006

Themen jenseits der WM XI - Guter Tag in Softwarelösung ohne Echtweltbezug

„Wundern Sie sich nicht - möglicherweise sieht die Anwendung nur in unserer einfach gestrickten Schulungsumgebung so dolle aus, nicht in Ihrer Echtwelt. Hihihi.“, blondete die Dozentin den verdutzten Echtweltgeplagten nach einigen Lehrstunden an. Wenigstens hatte sie, zwar nie und nimmer die 300 Mücken wert, versöhnend ansehnliche Beine und er einen soliden 16-Uhr-Feierabend.

Wo gehobelt wird, da fallen Spanier

Zugegeben, ich schäme mich ein wenig, weil die Überschrift von irgendwoher geklaut ist. Die ewige Holland-Häme macht mich natürlich auch nicht sympathischer. Noch geringer schätzten mich die Leute jedoch, erführen sie, dass ich deren Aus aufgrund eines kleinen, unmoralisch zu nennenden, Deals mit dem garstigen Fußballgott erwirkt habe: Becksland und die französische Geriatrie-Abteilung mit meinem Segen weitergetorkelt, Australien rausbetrogen und Spanien eben -gehobelt.

Als Gegenleistung bekam ich die erwünschte Orangenausfahrt und heute Abend - quasi die zweite Rate - den geforderten Zuschauer im rosa Häschenkostüm sowie einen Schiri namens Roberto Rosette. Das ist schon sehr okay. Finde ich.


Dienstag, Juni 27, 2006

Eternal Van der Sar

Um es mal holprig zu formulieren: Edwin Van der Sar ist für mich der gefühlte ewige holländische Nationalkeeper. Sollte mich in diesem Moment jemand nach seinem Vorgänger oder auch nur nach dem aktuellen Ersatzmann fragen – ich wüsste keine Antwort zu geben. Nein, ich schwüre sogar, er hütete bereits in meinen Kindertagen das Elftal-Tor.
Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem hier ist folglich nicht zu leugnen. Und wäre es zu einem Aufeinandertreffen mit dem deutschen Team gekommen, niemand hätte wirklich überrascht sein dürfen, wenn im Kabinengang zwei Männer plötzlich ihre Schwerter gezogen und sich einen erbitterten Kampf geliefert hätten. Schade (<- ach nein, nicht wirklich), aber dazu wird es ja nun nicht mehr kommen. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Na, was solls, das Jahrhundert hat schließlich gerade erst angefangen und die haben ja alle Zeit der Welt, die beiden.

Montag, Juni 26, 2006

Tue jeden Tag etwas, das du noch nie getan hast

Heute erfolgreich abgearbeitet: Euphorie bei dem Sachverhalt empfinden, nicht als Australier geboren zu sein und sich somit die jahrelangen, gemütsbelastenden Schiedsrichterhäutungsphantasien ersparen zu können.

Samstag, Juni 24, 2006

Themen jenseits der WM X - Businessplan

Nur ein Narr würde ja bestreiten wollen, dass Japan das Land mit den großartigsten Entwicklungen von Groteskhilfeleistungen für ver- und gestörte Menschen jeder Art ist. Als neuste Erfindung sei hier das High-Tech-Kissen „Sleep Doctor“ zu nennen: „Versuchs doch mal mit einem Vollbad!“ und „Gut geschlafen, weiter so!“ kann der Schlafgestörte u. a. lesen, sollte das Kissen lobens- oder tadelnswerte Auffälligkeiten bei seinem Halter feststellen.

Einen Haken hat die Sache natürlich: Brillenträgern ist z. B. damit nur bedingt geholfen. Ich beabsichtige daher, die japanische Kernkompetenz zu demütigen, indem ich diese Marktlücke füllen und ein Konkurrenzprodukt mit Sprachausgabe für den Kreis der schlafgestörten Sehbehinderten entwickeln werde. „Nimm´s locker, mach einen gepflegten Gute-Nacht-Spaziergang zum Automaten, zieh dir ´nen Gothic-Lolita-Tanga und spiel am Zipfel bis die Augen zufallen!“ - So würden meine Kissen zu den, sich nächtens durch die Schlafstätten der Tokioter Wohnwaben wälzenden, Menschen blöken. Klagen der bis dato noch gesunden Wabennachbarn ließen mich indes kalt. Diese Sonderlinge mögen sich halt ebenfalls eine ordentliche Dysfunktion zulegen und gefälligst meine Kissen kaufen!

Und außerdem wohne ich ja dann sowieso in Brasilien, um die Produktion meiner florierenden - mich durch den täglich steigenden Fernostexport schweinereich machenden - Schnüffelschlüpferautomatenfabrik zu beaufsichtigen.

Mittwoch, Juni 21, 2006

Themen jenseits der WM IX - Fit for EU

„Ferkeleien mit Bären von sehr geringem Verstand auf ewiger Honigsuche? Das könnt ihr daheim machen!“, raunzte der Intendant und warf seine Programmplaner hochkant aus dem Büro.

In diesem Moment, irgendwo in Deutschland...

Sportkameraden, worst case!
Der Fiesling hat uns gelinkt!
Ja, die Mannschaft ist in einem erschreckend guten Zustand!
Aber wer konnte das denn vorher ahnen?
Am Ende wird dieser Kretin noch den Titel holen!
Auf den schwammigen Brasilianer können wir uns jedenfalls nicht verlassen!
Der Pöbel wird dem Lump ein Denkmal setzen und uns vergessen!
Die Finanzplanung ging davon aus, dass er mit seiner ganzen Bande davon gejagt wird – Ruin!
Man darf nicht länger zuwarten!
Wir werden alle sterben!
Operation Schwabenschlag muss unverzüglich anlaufen! Pock mers, Lot...

Keine Namen, bitte.

Montag, Juni 19, 2006

Themen jenseits der WM VIII - Chinatown

Asche auf mein Haupt, aber den Film „Chinatown“ habe ich niemals wirklich und restlos verstanden. Zu meiner Verteidigung kann ich eigentlich nur vorbringen, dass ich meistens noch anderes nebenbei tue, was dem Verständnis offenbar nicht förderlich ist. Dennoch versuche ich es immer wieder. Wahrscheinlich gefallen mir einfach die, von den großartigen Dunaway und Nicholson verkörperten, tragischen Figuren. Momentan schaue ich ihn zum fünften Mal, glaube ich, während ich dies hier auf dem Laptop klimpere...

Ooooh, Scheibenkleister!

Sonntag, Juni 18, 2006

Du weißt es ist WM...

...wenn du dein schniekes neues orangenes Hemd trägst und dich irgendwie schmutzig dabei fühlst.

Freitag, Juni 16, 2006

Themen jenseits der WM VII - Zufall?

Von Gedanken an bizarre Verschwörungstheorien sieht man sich heimgesucht, wenn einem just nach dem kleinen ehelichen Scharmützel der Ringfinger auf doppelten Durchmesser anzuschwellen droht.

Was ich schon immer einmal laut und herzhaft rufen wollte, Teil II - Holland

Hahaha. Rumpelfußball!

Was ich schon immer einmal laut und herzhaft rufen wollte, Teil I - England

Hahaha. Rumpelfußball!

Mittwoch, Juni 14, 2006

Themen jenseits der WM VI - Radaman

Dienstag, Juni 13, 2006

Kroatien - Brasilien

„Kranjar, du mieser Feigling!“ (1)
„Parreira, du harte Sau!“ (2)
„Beckmann, du elender Labersack!“ (3)

...würde ich höchstwahrscheinlich morgen in fetten Lettern schreiben, wäre ich ein kroatischer, brasilianischer oder gar deutscher Sportjournalist. Haben die ein Glück. Echt getz.

1 für die Auswechslung Klasnics
2 für die Aufstellung und reichlich späte Auswechslung Ronaldos
3 für (u. a. !!!!) die Demonstration, dass der Satz „Es noch nicht das Land des Lächelns für Ronaldinho“ bei ständiger Wiederholung sehr verliert.

Ghana - Italien

Schön: Unser Sammy ist immer noch der alte!
Und Pimpong hätte ich ein Tor gegönnt.

Highlander

Nur mal so als Info: Das Lebensalter des Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beträgt offiziellen Angaben zufolge inzwischen 63 Jahre.

Montag, Juni 12, 2006

Themen jenseits der WM V - Vade retro, Musikus!

„Ihr wart ein heißes Publikum, danke! Daaanke!“ Das verstörende Lob des, den ganzen Mittag ohne jeglichen aufmunternden Applaus leben müssenden Bontempi-Orglers [genau genommen, war es ein Yamaha-Produkt, allerdings widerstrebt es mir, eine Firma, die sich in sonst für ganz andere, wesentlich wohlklingendere Töne verantwortlich zeichnet, mit solch einem jämmerlichen Gedudel öffentlich in Verbindung zu bringen; Diese Firmenstrategie ist mir wirklich stets fremd geblieben] lässt meine Hände ohne bewusstes Zutun Klatschlaute von sich geben. Oh, er ist ein durchaus freundlicher Mann; umso verwunderlicher, dass er, fern jeglichen Gesangstalentes, seine Zuhörer mit einer Endlosschleife von „Über den Wolken“, „Ein Prosit“, „Spanish Eyes“ (<- mindestens 10-mal, mindestens!) und mehr von dem, über Stunden quält. Im Ernst, die Dinger produzieren abstoßende Klänge und jedes Mal frage ich mich, wer sie überhaupt hören will.

Ich behaupte hier und heute, diese Leute sind nur aufgrund eines großen Generationenmissverständnisses noch in der Lage Brot mit ihrem Tun zu erwerben! Irgendwie denkt meine Generation wohl, die vorige könne keinen runden Geburtstag ohne einen solchen Kameraden genießen. Und die Älteren wiederum wollen uns nicht mit undankbarem Gemecker auf die Füße treten, weil wir es ja gut damit meinen, und sagen einfach aus Höflichkeit artig danke. Beobachtet man sie aufmerksam, so stellt man freilich fest, dass auch sie nur anlässlich der Abschiedsworte klatschen. Nichtsdestotrotz, auf diesem Wege wird sich der Berufsstand wahrscheinlich noch einige Jahre über Wasser halten.

Moment, halt mal - wenn die Alten sterben, ohne dass wir uns jemals in dieser Angelegenheit ausgesprochen haben – dann… dann denken unsere Kinder: „Holla, Paps hat doch für Opi immer diese Orgelfritzen bestellt, also schenken wir ihm doch einfach einen zum Fünfzigsten. Wir finden die zwar widerlich, aber Paps solls ja schön haben an seinem Geburtstag.“ - „Ja“, sagen dann die Geschwister, „schließlich ist es doch sein Ehrentag.“ Oh, mein Gott! OH, MEIN GOTT!

Ich drehe meinen Kopf ruckartig zum Orgelknaben. Ja, er hat mich beobachtet, lächelt wissend und diabolisch, spitzt genüsslich die Lippen und beginnt leise ein höhnisches „I will survive“ zu pfeifen...

Sonntag, Juni 11, 2006

Randnotiz

Stelle fest: Portugiesen sehen nach dem Spiel viel, viel verschwitzter aus, als Angolaner! Diese feine Beobachtung meinerseits sollte für irgendetwas gut sein. Ich weiß nur noch nicht für was.

Weil´s so selten ist

...mein Lob fürs Werbervolk, möchte ich gerne mal erwähnen, dass mir die TV-Spots hier sehr gut gefallen!

Kluge Namenswahl

Hat man sich vorausschauend benannt, dann lächeln einen die Leute bestimmt immer an. So darf man als männlicher Stürmer mit dem Künstlernamen "Pauleta" sicher auch mal über das Tor schießen, ohne dass die Fans gleich krawallig werden. Und trifft man zum 1-0, dann ist die Anerkennung besonders groß. Könnte ich mir zumindest vorstellen.

Themen jenseits der WM IV - Exzessfreie Geburtstagsfeier

Von der Lady, die sich unentwegt sehr unfein mit beiden Händen kratzte, ohne Nachfrage u. a. erfahren, dass das erste Bild vom Mond mit einer „Hasselblatt“ gemacht wurde. Keiner trank. Keiner rauchte. Einige brachten dufte Gesellschaftsspiele mit.
Der Gastgeber, ein sehr lieber Freund von mir, unterschreibt übrigens alle seine E-Mails erfrischend ehrlich mit „der Frauenhasser“.

Themen jenseits der WM III - Friseurbesuch

Compadre, ich hab deine Frau mal schön nuttigblond gemacht“, sagte der Freund und Leibbarbier heute, "so, wie du es gerne hast."
Hm, jetzt, wo ich es geschrieben vor mir sehe, da wirkt das irgendwie schäbig von mir.

Samstag, Juni 10, 2006

Themen jenseits der WM II - Davon, wie es dazu kam, dass in meinem Badezimmer nun Saunahandtücher mit der Aufschrift „für untenrum“ hängen.

Was zum…? - Schatz, die Handtücher waren runtergesetzt. Sind gaaanz tolle Qualität. Fühl doch mal. - Sie sind einfach nur - nur klein. Wofür braucht man solch kleine Handtücher? - Die Seniorchefin hat gesagt, du könntest sie ja für untenrum nehmen, oder so. – Hust...Wie meinen?

Themen jenseits der WM I - Westernklassiker

Dem Westerngucken bin ich seit meiner jugendlichen Rauchenden-Colts-Leidenschaft, welcher man bis zum Lebensalter von ca. 12 Jahren verfallen ist, wohl einfach weggewachsen. Folglich gibt es auch nur wenige Filme des Genres für die ich mich - wie gestern geschehen - bis 4 Uhr morgens vor die Kiste setzen würde. Logischerweise handelt es sich dabei um einen Leone-Morricone-Klassiker. Und zwar nicht um dessen überschätzten Nachfolger - der allerdings wegen einiger Gänsehautszenen und seinem glänzenden Soundtrack dennoch sehenswert ist - sondern diesen. Groß!

Im Übrigen beschäftigt mich bis heute die Frage, was wohl eine angemessene Strafe für jenen schlechten Menschen darstellen könnte, der den tollen Originaltitel The Good, the Bad and the Ugly (oder noch klangvoller: Il buono, il brutto, il cattivo) durch diese alberne Hill-Spencer-auf-die-Omme-Klopper-Filmchen-Assoziation beschmutzt hat.

Alles anders

Es ist doch erstaunlich, was die WM aus dem schnarchigen Hessenland so macht: Die Staus auf A 3, 5 und 66 werden bei Hessen 3 durch englische Ansage veredelt und der Frankfodder Platzwadd, der moijens schun soin äbbelwoi petzt, heißt nun offiziell Head-Greenkeeper.

Donnerstag, Juni 08, 2006

Manchmal mach ich mich selbst fürchten

Einzige bisher verspürbare Auftaktspielvorfreude: „Hach, was wird der
19-Uhr-Zug morgen so schön leer sein!“

Hallo, ich bin der T. und ich brauche professionelle Hilfe – schnell!

Holiday on ICE

„Aber setzen Sie sich doch, dies ist Ihr reservierter Platz“, spricht freundlich der attraktive homosexuelle Steward zu den verhärmten Männlein, die sich offenbar noch ein wenig scheuen, die gepflegte Sitzgarnitur mit ihrer Anwesenheit zu verschandeln. Aber nein, natürlich ist das gar kein Steward, sondern ein Zugbegleiter von der Bahn AG – nur eben das Exemplar für die Reichen und Schönen.

Heissa! Seit Jahren wieder mal im ICE! Da begrüßt einen der Zugchef mit Pilotencharme und dies sogar zweisprachig. Keine Spur von den dicken schwitzenden brummigen Kontrollorganen der stinkigen Pendlerbüchsen. Nein, ein gertenschlankes Blondchen stöckelt wieselflink und voller Arbeitsfreude von Platz zu Platz, um die Gäste mit einem strahlenden Lächeln, dampfendem Kaffee und sonstigen Leckereien zu versorgen. Kurz und gut: Es herrscht ein Klima von geschäftiger Entspanntheit. Nur einmal, ein kurzes Erschrecken: Der Chef lässt entschuldigungsüberladen mitteilen, der Zug habe momentan ca. vier Minuten Verspätung. Ja, ach du liebe Zeit! Doch dieser Teufelskerl im Cockpit beschleunigt auf 250 km/h, meistert so die o. a. Turbulenz und schon bald weicht auch die Sorge von den Gesichtszügen der Fahrgäste. Hach, eine ICE-Fahrt ist einfach wie Fliegen - nur eben teurer. Man kann Kopfhörer kaufen, und beim Vorbeirauschen aus dem Fenster betrachtet, wirkt selbst der Bahnhof von Kassel nicht mehr ganz so abstoßend.

Kurz vor dem Zielbahnhof ziehe ich meine lässig ausgestreckten Beine ein, richte mich auf, schiebe einen Kaugummi in die Backentasche und klatsche anerkennend, als die Bremsen leise greifen.

Frühwerk

In hundert Jahren sollen sehr intellektuelle Menschen diese Bilder im Museum auf drei mal drei Meter bitte hündisch ehrfürchtig betrachten und sie mit Kennerblick meinem Frühwerk zurechnen.


Und obwohl ich eben noch der Meinung war, sie seien Produkt einer Mischung aus Kältezittern und reichlich Becks-Konsum, lasse ich mir von denen auch gerne eine Seinskrise, Depression, seelisch-emotionale Zerrissenheit o. ä. andichten, auf dass dem Werk mehr Tiefe verliehen werde.


Aus diesem Grunde habe ich den Arbeitstitel „Scheißkälte und Vollsuff“ kurzerhand durch „Wesermelancholie 6-6-6“ ersetzt.

Das sollte wohl genügen.

Mittwoch, Juni 07, 2006

Cooler Kleiderknigge

„Du ziehst mir doch wohl keine Wolljacke an!? Die tu ich jetzt weg, basta!“ Und dass sie sich ja für mich schämen müsse, weil im Juni nämlich außer mir kein Mensch eine Wolljacke trage, schimpfte da meine besorgte Ehefrau und erzwang einen Jeansjackenkonsens.

Freilich hatte sie Recht: Auch in Bremen, wo ich am 06.06. meine geschenkte Depeche-Mode-Karte open air einlöste, trug kein Mensch Wolljacke. Die umstehenden Konzertbesucher waren allesamt in edelste Sommer-Daunen gehüllt.

Sonntag, Juni 04, 2006

Über das korrekte Lachverhalten bei der Ansicht von Urlaubstagebüchern

Sollte man eigentlich über Menschen lachen, die Urlaubstagebücher führen?
Ach nein, sicher nicht.

Aber wenn sie dies, mal rein hypothetisch, in der Form täten, dass mit Filzer kleine Formularvordrucke in das Büchlein gemalt würden – dann vielleicht? Wenn da z. B. hinter dem vorgemalten „Fotos gefertigt?“ im vorgemalten Nein-Kästchen ein Kreuzlein stünde? Und man wüsste zudem sehr genau um die Ernsthaftigkeit dieser Verfahrensweise?
Ja, dann vielleicht schon. Wobei, ggf. besser im Verborgenen darüber lachen. Man kann ja nie wissen.

Samstag, Juni 03, 2006

Warum die Rosenverkäufer so traurig schauen...

Und? Läuft denn da was?
Ach du, das ist halt so eine mit Rosen, Essen, Kerzen und 45 Minuten Petting vorher. Puh.
Hm, verstehe.
Und in unserem Alter, da zieht doch de Babba liwwer die Gummistiwwel aa unn macht glei uff de Acker!
Schönes Bild, ja.

Missverständnis

Wie? Putzen? Müll sammeln?

Also, ich hab ja eigentlich auch gar keine Zeit.

Mutterherz

M: Und, wann fahrt ihr los?
S: So gegen acht.
M: Und wann kommt ihr an?
S: Keine Ahnung.
M: Vier Sunden?
S: Mag sein. Immer noch keine Ahnung.
M: Doch, vier Stunden.
S: Gerne.

M: Was nimmst du mit?
S: Entscheide ich beim Packen.
M: Nimm was Warmes mit.
S: Japp.
M: Bremen ist ja sehr schön.
S: Möglich.
M: Wetter soll ja Montag auch besser werden.
S: Wie gut genau?
M:
Ja, besser.
S: Und in Bremen auch?
M: Die haben da eine schöne Innenstadt.
S: Notiert, wird angeschaut.
M: Pass aber auf dein Portemonnaie auf.
S: Klar.
M: Dass es nicht geklaut wird.
S: Erschrick nicht, aber ich verlasse nicht nur täglich das Haus...
M: Man muss ja aufpassen heutzutage.
S: ...ich laufe sogar oft an Menschen vorbei, die harte Drogen konsumieren.
M: Ich sag ja nur.
S: Ich sag ja nix.
M: Ich meins ja nur gut.
S: Hab nichts anderes unterstellt.
M: Und rauch nicht so viel.
S: Quasi schon aufgehört.
M: Du sollst deine Mutter nicht auf den Arm nehmen.
S: Schuldigung.
M: Du bist mein Sohn und ich kann dir immer noch auf den Backen hauen.
S: Natürlich.

M: Du musst mehr schlafen!
S: Ich merks mir.
M: Jaja - na, hab viel Spaß in Bremen.
S: Aach, ich weiß nicht.
M: Wieso?
S: Hab gehört, da sollen ganz hässlich schlechte Menschen wohnen.

M: Duuu!

Gewalt gegen Kleinwüchsige!

Jajaja, gelle, sowas interessiert euch.
Na komm, da!

Blondine, ohne Witz

An dieser Stelle mal eine Lanze, gebrochen für mein Geschlecht: männliche Libido, die bei Ansicht der, im Folgenden erwähnten, durchaus recht attraktiven Dame regelmäßig aufflammt, verglüht ebenso regelmäßig, und das für den / die Betrachter / in einer solchen Szene am Gesicht des jeweiligen Libidinisierten sehr schön ablesbar, in kürzester Zeit, d. h. nach einigen Minuten der vertraulichen Konversation.

Nicht einmal der alte gedankliche Strohhalm von den „gut fickenden Dummen“ vermag da, selbst bei notgeilen Männern, noch etwas zu retten. Das ist m. E. sowieso nur ein Mythos. Ich denke, die Dummen sind analog den Sturzbetrunkenen einfach nur fickwilliger, was aber keine brauchbare Aussage zur Fickqualität darstellt. Modernes Fickqualitätsmanagement bedarf durchaus einer ordentlichen Portion Phantasie sowie Auffassungsgabe, will man / frau flexibel unter Beibehaltung eines hohen Lustniveaus auf die Bedürfnisse von Geficktwerdenden eingehen bzw. eine stetige Evaluation des eigenen Fickverhaltens gewährleisten... na, aber wir wollen ja nicht schon wieder abschweifen – also, nehmt das:

„Das Lied kenn ich! Das gibts heute noch!“, plärrte die flüchtige Bekannte – der, dies sei versichert, Begriffe wie Ironie, insbesondere Selbstironie, vollkommen fremd sind - beim Hören der Hymne. Der Nationalhymne. Der deutschen Nationalhymne.

Hat Kinder. Hat Wahlrecht. Hat Geschäftsfähigkeit. Da kommt man schon ins Grübeln. Irgendwie.

Altersschnuppheit

Eines der wenigen guten Mitbringsel des Alterns ist: Die Dinge, die einem peinlich sind, reduzieren sich sukzessive. Es ist Freitag. Polterabend. Vor 24.00 Uhr. Daheim. Ich. Hätts früher nicht gegeben. Ja nun, es war kalt, langweilig und das Bier schmeckte grausig. Man fragt. Ich sag, „es ist kalt, langweilig und das Bier schmeckt grausig. Ciao. Have Fun.“ Ohne Groll. Nur eine Tatsache. Punkt. Hohn, Spott und Pantoffelheldgekrähe – ist mir schnuppe. Und genau genommen gefällt es mir sogar unheimlich gut, so, wie ich bin.

Freitag, Juni 02, 2006

Unbegabter Lyriker, nicht nach dem, sondern ohne Brot gehend

hui! ist das herrlich surreal
der trainbuk jauchzt entzückt
nach all den jahrn der werbequal
scheint diese ihm geglückt

bizarres zeuch, das macht ihn froh
gekauft! was es auch sei
als konsument belohnt man so:
ich nehm davon gleich drei!


so willig und mit prallem sack
voll gold und euros drin
beschimpft er das reklamepack:
wo soll mein geld nun hin?

tja, ratlos guckt der arme wicht
kamumbel an, was schweigt sich aus
der trainbuk seufzt: dann eben nicht!
stapft brotlos weiter, fährt nach haus