Trainbuk

Freitag, Februar 24, 2006

Einen habbich noch



Tja, die Mädchen, welche früher bei der gemeinsamen Fahrt zur Grundschule trotz Schnupfen in der Straßenbahn ihren Kakao getrunken haben, sind auch erwachsen geworden...

(Leider keinen Link zu dem Erschaffer des oben Gezeigten mit dem lustigen Nick gefunden. Aber wie könnte ich denn so etwas Schönes trotzdem für mich behalten.)

Donnerstag, Februar 23, 2006

Ich auch nicht

Ich mach jetzt mal nen langen Schuh. Seid artig!

Man soll loben

Wenn jemand etwas gut gemacht hat. Auch wenn es ungewollt war. Auch wenn es auf Umwegen war. Auch wenn es sich bei dem Gutmachenden nur um einen holländischen Konzern handeln sollte. Doch, man muss sogar dann loben.

Der Holländer hat mir nämlich meinen allerersten MP3-Player verkauft. Das war gut. Nicht gut war, dass dieser bald sein Leben aushauchte - der Player. Nicht gut war des Weiteren, dass man den Käse einschicken musste. Via brummigem Saturn-Servicemitarbeiter. Das war ganz besonders gar nicht gut, weil kurz vor meinem Urlaub. Gut wiederum war, dass sich der brummige welche zwei Tage vor Abreise tatsächlich gemeldet hat. Gut auch, dass man eine (Achtung) Gutschrift (haha) über den vollen Kaufpreis von Philips in die Hand gedrückt bekam. Sehr gut! War das.

Und während man schon unschlüssig und aus falsch verstandener Loyalität zum besseren Nachfolgermodell greifen will, da erkennt man es. Das Objekt der Begierde. Ein Gott. In knuffigklein. In flunderflach. In rabenschwarz. Und so unfassbar schnörkellos schön. Da lobe ich mir tatsächlich, dass ich meine Hemden immer aus der Hose trage. „Gib mir! Gib das heeer!“, schnauft das kaufwillige Schlachtlamm vor dem Saturn. „Gelle, da machen Sie die Grinsekatze“, ruft der Verkäufer noch hinterher, während er die Scheine zählt.
(Ach ja, Lob. Da! Na, aber jetzt mal nicht übertreiben. der PSV fliegt trotzdem raus. Und Weltmeister werdet ihr in tausend Jahren nicht!)

Da sitz ich nun und weihe die Maschine mit einer der großartigsten CDs meines Schrankes ein. „Sie hören Venus in Fear, Cradle of Filth, Cruelty and the Beast“ leuchtet es mir edelst entgegen. Und…schnüff…Das Cover…wird…auch…angezeigt.

Jetzt kann ich endlich sterben.

Dienstag, Februar 21, 2006

Lost in Vacation

Hach, es gibt Werktage, deren Mehrwert übersteigt sogar jenen von Freitagen bei weitem. Das sind Tage, die gleichen einfach zwei fetten, stramm ausgestreckten Mittelfingern.
Da steht man morgens lächelnd auf, läuft ohne Schirm und Groll im strömenden Regen zum Truppentransporter, erträgt gleichmütig die gehissten Döner-Bier-Fahnen, die Verspätung und den üblichen Siff. Im Büro angekommen, stellt man möglichst früh seinen Abwesenheitsassistenten ein und das Telefon um, räumt Postfächer und Schreibtische virtueller und materieller Natur fein säuberlich auf – dies alles in einer recht merkwürdigen Mischung aus Hektik und Entspanntheit.

Man ärgert sich nicht einmal über angeblich viel beschäftigte Abteilungsleiter, die so beschäftigt sind, dass sie ihre und die Zeit ihrer Leute damit verplempern, offenbar Buch über Parkplätze zu führen, die mal zwei Tage frei bleiben, um dann flink darauf Anspruch zu erheben (schließlich ist man ja wer und da kann nicht erwartet werden, dass man 20 m weiter zum Aufzug läuft, als das niedere Gezücht). Nein, diesen Krieg führt man nicht an solchen Tagen. Vielmehr ärgert man die anderen mit seiner eigenen, hässlich provozierend zur Schau getragenen Gelöstheit, hält sich, wenn angesprochen, den Bauch, ruft „ich freu mich, hohoho“ und sammelt „Fall-tot-ums“ (reimt sich bestens auf "dummdiedumm") von den lieben Kollegen und Nichtkolleginnen. Man verabredet sich relaxed zu Champions League ´n Beer am Abend. Man verzeiht sich selbst sogar schmunzelnd das dahin geschluderte Getexte, welches an „mans“ quasi erstickt.

Und ja, nachdem man ein wenig mit der Dame aus der FiBu geflirtet hat, da vergibt man noch schnell ein paar Aufträge, weist seinen Vertreter darauf hin, wo „noch was kommen könnte“ (und, hehe, bestimmt kommen wird), teilt Gesprächspartnern mit, sie könnten sich natürlich ruhig vertrauensvoll an eben jenen Herren Vertreter wenden, verteilt bereits im Mantel flugs noch ein paar Memos, Mails und solches Zeuch unter die Belegschaft und setzt ein gedankliches „hahaha, ihr Schnacks, nach Diktat verreist“ darunter.
Übrigens eine herrliche, leider inzwischen als altertümlich verschriene Redewendung. Man sollte sie dennoch mindestens einmal täglich verwenden.

(der Titel hat natürlich einen viel zu negativen Touch, aber ich konnte einfach an dem Wortspiel nicht vorbei)

So soll es sein!

Da hat mich doch wieder eine /r mit der Suchkombination "Lustige schmutzige Filmchen" gefunden. Oh, verweile doch, werte / r Freund / in, setz dich und nimm dir ´nen Keks.

Montag, Februar 20, 2006

Nach Z, gelesen von T. Rainbuk


Den wunderbaren Text dazu habe ich natürlich von ihr geliehen.
Hey, das ist das erste Mal für mich. Seit dem Lesewettbewerb in der 4. Klasse.

Mal was anderes zum Thema "Du bist..."

Dirty Love

Ebenfalls wohl Ausprägung des bekannt kruden Puppenspieler-Humors:
Dass die kleinen Pelzmützen ihre Liebe nur ausdrücken können, indem sie dir Blut und Gedärme ins Schuhwerk legen oder mit ihren verwurmten Lieblingsgrasbrocken durch die Wohnung spazieren.

Der Gedanke hat was

Samstag, Februar 18, 2006

Wege wider den Ruin

Grenzen der Sinnlosigkeitsakzeptanz

Nordic-Walking-Crosstrainer!

Nee Leute, das tut wirklich weh. Echt ma getz!

Wie Kaufentscheidungen gefällt werden

Haaaa! Einkaufswagenflotte, passend lackiert zum Discounter-Interieur => Vollbremsung auf dem Weg zu Aldi und rein da, zu denen! Sinnlosigkeitstourist. Ich.

Zeig mir deins, ich zeig dir meins...


Meins...
deins...
meins...
deins...
meins...
deins...
usw., usw...

Hilfsbereiter Punk

„…und dann waren alle Bandmitglieder vollkommen nackt und der Drummer steckte dem fetten Frontmann seine Finger in den Hintern. Den Gummihandschuh hat er danach in die Menge geworfen und der Kerl, der ihn mit dem Mund wiederbrachte hat ne CD für umme gekriegt…“

Nach solchen Gesprächen schlendert man nach Hause und während man die merkwürdigsten, im öffentlichen Raum verstreuten, Publikumsreste nachdenklich umschifft, da beginnt man sich fast ein klein wenig zu grämen. Wie schrecklich normal man doch ist.
Andererseits, bei um die 0 Grad Celsius komatös auf einem fremden Autodach zu rüsseln, das mutet dann doch gar nicht als so sehr erstrebenswert an. Nein, die Amputation diverser erfrorener Körperteile im Zusammenhang mit einem solchen Konzert erklären zu müssen, bei dem man zudem auf recht eigentümliche Weise eine Gratis-CD ergattert hat – ach nein, das auch nicht.

Danke, unbekannter junger Mann. Für Ihre aufbauende Anwesenheit.

Donnerstag, Februar 16, 2006

Das nenn ich Lebenserfahrung


Recht so, Omma Ursel! Den jungen Dingern nix vom Pferd, sondern gleich erzählen, wo der Bartel den Most holt!

Wege aus der Traurigkeit: Alltagsspäßchen mit Trainbuk

Einfach mal ausprobieren:

- An einer / m Vertreter / in der Bundespolizei vorbei schlendern.
- Plötzlich und wie vom Donner gerührt stehen bleiben.
- Den / die Bundespolizisten / in demonstrativ kritisch mustern.
- Rufen: „Ohrring raus!“
- Hysterisch rufen: „Haarschnitt verbessern!“
- Kopfschüttelnd weitergehen.
- Vernehmlich murmeln: „Wie bei den Hottentotten!“

Fertig ist das Alltagsspäßchen.

Manchmal könnte man richtig traurig werden

Mittwoch, Februar 15, 2006

Kleine Kinder

hust...kleine Sorgen?

Aber mit dem darf ich das doch machen? Och büütte!

Huch, da fällt mir ein, ich sollte doch den Versicherungsvertreter anrufen. Wegen der privaten Vorsorge. Fürs Alter.

Frauenverstehen mit Trainbuk

...während man anlässlich eines vor dem Spiegel mit sorgenvoller Miene geäußerten Selbstzweifels der Art "ich fühle mich alt, fett und hässlich" bitte keinesfalls ein lakonisches "betrügst du mich wenigstens nicht" in den Raum werfen sollte. Der Begriff Ironie wird negiert werden. Nur für Berufshasardeure geeignet.

Dienstag, Februar 14, 2006

Warum Theater subventioniert werden müssen

Schahaatz, wir könnten doch am Samstag mal wieder ins Theater gehen. Schau doch bitte mal in die Zeitung.

<= ???

<= !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Montag, Februar 13, 2006

Sonntag, den 12.02.06, Konzernzentrale, Mitternacht

Der Konzernchef. Verträumt aus dem Fenster schauend.
Streicht sich über die Wange, auf dem noch der Umriss eines Kusses - einst mit sündig rotem Lippenstift angebracht - zu erahnen ist.

Lakai:
Herr, der Generalinspekteur!
M.: Rasch! Bring er ihn zu mir, Knecht.
Lakai: Ich eile, Herr.
Inspekteur: Ihr schicktet nach mir.
M.: In der Tat. Wir sind sehr enttäuscht von ihm.
Inspekteur: Aber mein König...
M.: Unsere Dienste berichten, da gebe es Transporte - Transporte, in denen sich die Truppe ihre Hintern fett sitzen kann. Geräumige Transporte. Wohl temperierte Transporte.
Inspekteur, beschämt das Inspekteurshaupt senkend.
Transporte, deren Kommandos sich mit dem Transportinhalt primitivst fraternisieren.
Inspekteur: Herr, die Verräter wurden bereits gestellt und ihrer gerechten Strafe zugeführt.
M.: Gut, gut, versöhn er uns. Nur weiter, Sohn.
Inspekteur: Ich gab des Weiteren Order, die Zahl der Waggons mit Sonnenaufgang um dreißig vom hundert zu senken. Kein Blatt wird mehr zwischen den Mob passen.
M.: Halbieren!
Inspekteur: Sehr wohl, Herr.
M.: Die Fenster verschweißen!
Inspekteur: So soll es geschehen.
M.: Die Heizmodule auf voller Last fahren!
Inspekteur: Lang lebe der König!
M.: Zerstören. Jede zweite Tür!
Inspekteur: Oh, Weisheit ist Ihr Name, Herr.
M.: Kein Schlaf. Keine Verpflegung. Für das Begleit-Team. Sie sollen hungrig sein, morgen früh.
Inspekteur: So sei es, mein Gebieter.
M.: Entfern er sich nun, speichelleckender Wicht, und tu er, was ihm befohlen.
Inspekteur: Oben ist dort, wo Ihr seid, Herr.

M.: Flüsternd. Das wissen wir doch bereits.
Aus dem Fenster schauend, sich verträumt über die Wange streichend.

Angewandte Philosophie mit Trainbuk, Härtetest

Maybe, they won´t come?!

Oh, they´ll come. The good ones always come.
These are very good ones. Dangerous ones.


Play hard.
You´ll forget the fear!


[Sallow, “The Blood of Heroes”]

Sonntag, Februar 12, 2006

Insider

Als Buße, weil ich gerade anderenorts eine etwas spöttische Bemerkung zum Thema "mit was man sich so am heiligen Sonntag beschäftigt" getätigt habe, nun Post des spontanen und auch völlig nutzlosen Gedankens zur, in der Blogossphäre derzeit grassierenden, Zahl 4:

Immer vierma mehr wie du!

Homer rules

Bitte untertänigst um Nachsicht.

Aber... lol... ich musste es einfach tun.

<- Den da posten. Mein ich.

Update für F.:

So sahs ursprünglich aus. Nun entscheide selbst (*g*)... ->

Samstag, Februar 11, 2006

Hm, langsam


....wirds ja doch wirklich so ein wenig albern.

Retrospektive

Ja, es ist wahr: Alles, ausnahmslos alles, hat auch sein Gutes. Von den 8 Jahren in dem damaligen Drecksjob beispielsweise, ist nominell wenig übrig geblieben. Bis auf viel Gelerntes über den Menschen - meistens Erkenntnisse, die man eigentlich gar nicht haben wollte - und vier gute Freunde. Männer, mit denen man sich über Dinge, wie diese Figur da, die Hosen nass lachen kann. Hm? Oh ja, es ist genau das, wonach es aussieht: Ein lachendes Wurstmännchen mit lustigem roten Hut und selig lächelndem Wurstbaby im Arm. Dieses mit putzigem Schleifchen an der Pelle. Der Patron unserer Bruderschaft wurde damals schnöde in der Plastikverpackung einer Real-Kühlthekenfleischwurst abverkauft. Hüte dich davor sein Antlitz entweihend mit deiner Feder zu verzerren, dänischer Schmierfink! WIR schrecken nämlich wirklich vor nichts zurück!

Dies jedenfalls, ist nun wieder sehr viel Gutes und lässt einen mit der Vergangenheit im Stillen Frieden schließen. Auch wenn du zuweilen noch die Wut und die Magensäure, die dich an besonderen Tagen geplagt haben, zu schmecken glaubst. Dann weiß man aber auch, bestimmte Dinge sind so intensiv, dass man sie niemals von der geistigen Festplatte wird löschen können. Doch, das ist gut so. Denn genau deswegen kann man sich auch an das Wunderbare erinnern; genau deswegen weiß man auch noch z. B., wie ihr Haar roch und wie herrlich sich ihre Haut anfühlte.

Und wenn man von einem riesigen mürrischen Mann, der die Welt und ihre Menschen eigentlich abrundtief verachtet, mit den Worten, "Scheiße, was soll ich denn tun, ich hab mehr Zeit mit dir verbracht, als mit meiner Familie", aus seinen Gedanken gerissen wird und, begleitet von einem Grinsen, folgendes, dieses und jenes nachträglich zum Geburtstag überreicht bekommt, dann wird einem bewusst, wie großartig das Leben eigentlich ist und dass alles gut ist - so, wie es ist. Dann fährt man nach Hause und schläft mit einem zufriedenen Lächeln ein.

Saw Saw 2, yesterday

Ich kann nichts dafür: Filme der Kategorie "Was ich schon immer mal mit schlechten Menschen machen wollte" gefallen mir eben. Hach, und der hier ist genau das Richtige für den gepflegten Freitagabend nach einer Woche übelsten Geknechtes. Natürlich kann auch dieser Streifen Finchers Genre-Meisterwerk nicht annähernd erreichen, trotzdem ist er wirklich sehr unterhaltsam. Diabolisch, dreckig, blutig und höllisch gemein. Und Hilfe, Tobin Jigsaw Bell ist wieder dermaßen verboten sympathisch.

Ach ja, wer verzweifelt überlegt, wo er Junkie Amanda denn schon mal gesehen hat: Japp, es ist in der Tat die
Ich-bin-doof-wie-Schienenschotter-Sprechstundenhilfe von Ted Danson.

Dienstag, Februar 07, 2006

Ach Mama...

Kleine Philosophen

Diesem jungen Herren, gepflegt, Cashmere-Mantel, aber immer Becks-Dose in den Fingerchen und stets voll wie ein Eimer, konnte ich diesmal mangels Ohrschild in Form eines MP3-Players nur durch eiliges Totstellen begegnen. Berufsmelancholiker. Wahrscheinlich säuft er deswegen am helllichten Tage. Erst setzt er sich ganz ruhig zu dir, nur aufgrund seiner bestialischen Fahne wahrzunehmen. Ist immer so. Dann bricht es irgendwann raus. Wirres Zeuch. Philosophisches. Politisches. Trotzdem wirr. „Jaja, da ist die Tür offen“ – der Zug hielt gerade – „und die Welt, die ist da draußen. Und zieht vorbei. Und zieht – Pauuuuse – vorbei. Schön, dass sie vorbeizieht und man sich über nichts Gedanken machen muss.“ Ich sehe ihn aus den Augenwinkeln triumphierend unseren ca. 16-jährigen Gegenüber angrinsen. Er lockt ihn fies mit einem „Oh wie beneidenswert, wenn man das alles noch gar nicht begreifen kann.“. Der kleine Mann antwortet unvorsichtigerweise und sieht sich in der Folgezeit von einem gelallten Wortstakkato erschlagen. „Na, da haste wieder was gelernt, Junge“, denk ich, während der Teen recht betreten schweigt.

Mein kleines Bierfass ist inzwischen gelangweilt von der leichten Beute und mustert mich von der Seite. Jaja, wir kennen uns, wir beide. Du drückst mir jedes Mal so eine wirre Kassette rein. Plötzlich kommt aus der Ecke ein überraschendes „Toleranz ist eigentlich nur, wenn man sich nicht durchsetzen kann, das sach ich!“ Und danach ein – warum auch immer – "Wir, wir sind im Vorkriegszustand, jajahaa!“. Er hebt ebenfalls eine Bierdose an. Der Hai dreht ab und widmet sich fortan einem Diskurs mit dem Gleichgesinnten. Ganz großes Kino. Der schmutzige Abteilboden von unglaublichen Sätzen gepflastert. Einfach so da hingeworfen. Beispiel: „Nene, heut kann man nich mehr tolerant sein. Da muss man sagen, ich steh hier (Armbewegung links) oder hier (Armbewegung rechts). Da kann man nicht sagen, jaja, du hast Recht. Ne! Weißte, wie ich mein?“ Nach einer halben Stunde haben sich die beiden tatsächlich gegenseitig verbal bis zum Vorabend eines Atomkriegs gewichst. Der Zug hält, Mr. Cashmere verlässt kopfschüttelnd, über die Welt klagend und den Tränen nah, den Zug. Mein Schmunzeln quittiert er beim Abgang in die Nacht noch schnell mit einem verächtlichen Blick.

Klar doch, ich verstehe ihn. Kenn ich. Hatt´ ich auch schon. Da ist jeden Tag nach Lektüre des Weltgeschehens die Zeitung morsch an die Wand geflogen. Irgendwann habe ich mich dann mühsam wieder zurück gearbeitet. Von der großen Politik und Philosophie in die kleine, die wirklich menschliche. Weil, die große ist nichts für unsereins. Ist einfach ´ne andere Liga. Gut, feste an was glauben kannste. Darfste. Kann dir keiner streitig machen. Aber so richtig ernsthaft nach Antworten bzgl. Sinn und Sein suchen oder täglich an der Schlechtigkeit der Welt verzweifeln? Schlichte Energieverschwendung! Wir ändern weder die große Politik noch bekommen wir sie - die Antworten. Vielleicht hat ja tatsächlich alles seinen Sinn und wir verstehen ihn einfach nicht. Oder vielleicht hat es keinen und wir fallen einfach auseinander. Und aus. Ach, ich sag euch was, weltbildlich bin ich längst zu dem zurückgekehrt, was mir vor 15 Jahren schon sympathisch war. Nur jetzt weiß ich, man kommt gut damit über die Runden: Man nehme einen gesunden Mischmasch aus Camus und Epikur, versehe ihn mit calvinistischen, achselzuckenden „Na und?s“ und wenns mal ganz pathetisch klingen muss, holt man eben den guten alten Joker raus:

„I am in a world of shit, yes. But I am alive. And I am not afraid.”

Jau! Und hey, keine Sorge: Man darf sich ja trotzdem ab und an aus Frust mal schön gepflegt bestrafen, weil: Schlechten Fußballvereinen und unglücklichen Lieben kann man quasi gar nicht aus dem Wege gehen. Versprochen!

Sonntag, Februar 05, 2006

Enemy of God

...ist nicht nur der Titel einer feinen Kreator-Scheibe, welche mich und die Mitbewohner des Morgens weckt. Naja, eigentlich weckt sie nur die Mitbewohner und die treten mir dann entnervt ins Kreuz. Der Effekt ist aber somit der gleiche.
Jedenfalls, auf der vergeblichen (war ja klar, sowas von!) Suche nach der 2 Jahre Garantie verheißenden MP3-Player-Rechnung fiel mir im grobfluchig beschallten Büro folgendes, leider schon recht abgegriffenes, Kleinod in die Hände. Eine sehr, sehr lange Rechnung - ja, richtig: eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Rechnung von IKEA. Das verschämte Ausrufezeichen darauf wurde selbstredend von mir angebracht.

Japp. Gekauft! Vermute, die schwedischen Männerquäler wurden nur deswegen nicht abgefackelt, weil sich aufgrund der allgemein gehaltenen Formulierung offenbar keiner der fundamentalistischen Vollschnacks angesprochen fühlte. Womit auch bewiesen wäre, dass die tatsächlich zu überhaupt nix nutze sind.

Samstag, Februar 04, 2006

Oooooch...


...schade! Alles, was Spaß macht, wird einem verboten!

Neid, Freitagnacht

So, ich mach jetzt mal weiter, will um 12 gehen. Issja schließlich Freitag, gelle.“ - „Jo, spätestens um 12 mach ich auch Schluss, weil da geht…“ - „Haha, jaja, spät kommen, früh gehen, das hamm wir gerne.“ Klick. „…da geht der letzte Zug. Arschloch!“

Der Letzte macht das Licht aus, nimmt den Laptop untern Arm und schleicht, ein leises „Gott hasst mich!“ seufzend, zum Bahnhof. Weicht dabei allerlei merkwürdigen Fraggles aus, die um diese Zeit den tristen Untergrund bevölkern und bezieht sein vollkommen versifftes Abteil. Ach Moment, wer hat denn heute Abend Schicht? Und während man noch das Programmheft sucht, kommt die Dienst habende Freakshow bereits auf die Bühne. Oh, Nordafrikas Elite. Auf vielfachen Wunsch. Sechs schmächtige Nachwuchs-Topchecker platzen sich um einen herum, mustern ihr Publikum, dieses sie, dann beginnt die Show. Harmlose Jungs. Man kommt gut mit ihnen aus, wenn man ein kleiner Dicker ist, so wie ich, und dazu eine stoisch-depressive Gelassenheit an den Tag legt. Sie schauen dich an und ihr Blick scheint klarzustellen: „Hey, isch könnt dich rippen, wenn ischs nur wollt, du Missgeburt!“ - während dein Gesichtsausdruck entgegnen muss: „Das mag wohl sein, guter Mann, aber drei von euch kleinen Schnickern nehm ich mit in die Hölle. Das ist mein Soll, das will ich einen guten Deal heißen.“ Dann einigt man sich stillschweigend auf eine friedliche Koexistenz.

Siedendheiß fällt ein, dass ja der MP3-Dudler seit gestern den Dienst verweigert. Also muss man sich die Hast-du-weißt-du-krass-ich-schwör-dir-Geschichten ungefiltert geben. Unruhe ist in der Truppe. Aha, deswegen: Alle sechs waren im Puff und haben ihr Taschengeld auf den Kopf gehauen. Keine liquiden Mittel für die Fahrkarte über. Dennoch, großes gegenseitiges Gefeiere. Klar, jeder darf das nächste Mal natürlich umsonst ran. Ach was, und auch noch viel viel länger. Tja, die Zeiten haben sich wohl geändert. Zu meiner, da war es noch keine Heldentat Nutten zu besuchen. Heute stickt man sichs offenbar aufs Kopfkissen. Die Finanzplanung für das nächste Mal wird besprochen. Was der Alte an Unterhalt löhnen muss oder wie hoch das Kindergeld ist, das Mami kriegt und welches man ihr mit messerscharfer Argumentation abschwatzen will. Da Publikum schmunzelt. Doch, eine gute Show. Der MP3 wird fast gar nicht mehr vermisst.

Dann sagt der Star plötzlich: „Hey weischt, wassisch mache will: SEK!“ – „Kraass.“ – „Hey ne, escht. SEK. Da hättsch Bockauf.“ – „Nommaaal, Aldaaa.“ – „Weischt, die gehn rein, mit MP5 oder Sniper. Da wird net schwul geredd, isch schwör.“ Alle nicken zustimmend und respektvoll. „Ja, mach! Des Beste, wassde machen kannst, Alda.“ – „Ey, Headshot, weischt?!“ Nur ein ungläubiger Thomas wagt in die Euphorie hinein zu fragen: „Was ist mit deinen Vorstrafen?“ – "Nommaaal, und? Issnix Schlimmes dabei. Ey, du Missgeburt!“ Man wechselt zu meinem Bedauern das Thema, bevor der Streit ekaliert und widmet sich wieder den Finanzen.

Stehende Ovationen hier, als die sechs die Bühne verlassen. Roher Neid befällt das zurückgelassene Publikum. Ein Gemüt wie eine Pflanze haben, einfach mal seine eigene Realität wählen, nicht groß drüber nachdenken und keine Schmerzen mehr. OMG, wie schön.

Mittwoch, Februar 01, 2006

Huch, bist du etwa auch Deutschland?


B E A M me up, Scotty!

Warnhinweis:
Die verehrungswürdige
Frau S. hat natürlich vollkommen Recht: ATMEN IST WICHTIG! Liebe Kinder, also bitte nicht aufhören damit. Und wenn ihrs doch tut, keinesfalls nicht sagen, dass ich mich lustig drüber gemacht habe. Übers Atmen. Weil dann wird der Onkel T. schlimm verklagt und kann seiner Katze nix mehr zu Essen kaufen. Dann muss die arme Katze verhungern. Und das wollt ihr doch nicht, oder?!

Champions League