Trainbuk

Dienstag, Januar 31, 2006

Schön gesagt

Freundschaft: so etwas wie Liebe mit Verstand.
Sabine Sauer

Linking the Poing

Hach Mist, da sitzt die Chefsekretärin und langweilt sich nun. Kein Wunder, ich musste ja meinen erneuten Vortragsversuch zur altbekannten Problematik kurz unterbrechen, um mich einer viel wichtigeren Sache zu widmen. Dem, nein eigentlich ja den Herbert spontan zu danken. Für das nette Lob mit Verlinkung. Freude hier. Sprachlich hat das natürlich so seine Tücken, wie man bereits aus der Anrede ersehen kann. Auch der / die junge / n Poinger oder „ich finde das poinger Weblog ebenfalls sehr schön und gedenke es zu verlinken“ klingt recht anstrengend für meine ungeübten Ohren und wirkt auch so gar nicht feierlich oder dankbar.

Feierlich und mächtig klingt jedoch der Plural: Die Poing. Das macht was her. Wie die Borg oder die Charr. Oh, womit ich leider kurz zu meiner Guild-Wars-Kritik abschweifen muss. Heute Nacht fiel mir nämlich wieder ein, was ich an Adventures eigentlich schon immer gehasst habe: das verdammte Drecksinventar! Immer, immer, immer ist es zu klein. Platz schaffen, um was Neues reinzupacken oder gar eine erbeutete Waffe liegen lassen müssen, das ist jedes Mal wie ein kleines bisschen Sterben für mich. Vor allem, wenn man eigentlich von seiner Veranlagung her ein Messie ist. So wie ich. Zumindest behaupten nahe Verwandte das. Und so ist die Frage, ob für den Teppichfetzen, den mir das kleine Miststück Gwen gab, nachdem ich ihr von 200 sauer erschlachteten Goldstücken den roten Umhang gekauft habe - ist diese Frage, ob es für den Mist eigentlich irgendeine Verwendung gibt oder er nur einen wertvollen Platz im Inventar blockiert, eine sehr quälende. Argh.

Was mich zu dem viel gewichtigeren Kritikpunkt Nummer zwei geleitet: An den Goldstücken, die ich für dieses offenbar vollkommen nutzlose weibliche Wesen rausgefeuert habe, klebt u.a. auch literweise Charr-Blut. Das stimmt mich traurig. Ich will keine Charr töten müssen. Ich finde die Charr ausgesprochen sympathisch. Gott im Himmel, diese stolze befellte Rasse muss sich von weibischen Mönchen und schwächlichen Magier mit rachitischem Oberkörper morden lassen. Das ist doch ein Skandal! Das ist nicht gerecht! Ich wäre viel lieber ein Charr-Flammenbewahrer. Seufz.

Wie auch immer, zum Dank schenke ich den Poing jetzt noch einen ziemlich Respekt einflößenden Kriegsgott. Dafür leihe ich mir heimlich von meiner lieben alten Freundin Chr. (<-Abkürzung des Vornamens), die von mir liebevoll Chrrr (<-Spitzname) genannt wird, eben diesen welchen und fertig ist
Chrrr, der unbarmherzige Kriegsgott der Poing.
Möge er ihr Reich, das noch südlicher als die Südprovinz gelegen, vor dem o. a. Charr mordenden Geschmeiß beschützen.

So, genug des Dankes nun. Ich geh jetzt mal Waldläufer häuten. Hä, Sekretärin?! Scheiß drauf, die kann sich auch alleine beschäftigen. Seltsam? Nee, das steht so geschrieben. Irgendwo.

Montag, Januar 30, 2006

Mit flammenden Phasern untergehn...

Also, damit wir uns hier richtig verstehen:

Ich möchte ja nun wirklich nicht höhnen, angesichts des zweifellos vollkommen spaßfernen Themas „Ich gebe gezwungenermaßen mein Geschäft auf.“

Und ich habe ja durchaus vollstes Verständnis, dass die dazugehörige Räumungsverkaufsbroschüre kein Freudenfeuer beinhaltet.

Ich meine, ich kenn das ja auch.

Selbstmitleid. Sehr gut, sogar.



Ja, und Weltschmerz. Natürlich.


Ich dachte sogar, ich sei ein Fachmann in diesen Dingen.


Aber...


Oh Meistarrr, ich bin nur ein eeeelender Wurrrm...

Sonntag, Januar 29, 2006

Tätigkeit nach der Trunkenheit

Spocht. Sonntags. 9.30 Uhr. Nur kranke alte Männer oder Menschen ohne Leben können wohl solche Spielpläne erdenken. Nichtsdestotrotz, wichtige Erkenntnis gewonnen: Die in der Nacht erquesteten Attribute Unausgeschlafenheit und Brummschädeligkeit tauchen nichts. Beim Spocht. Sonntags. 9.30 Uhr.

Gedanken nach der Trunkenheit

Wenn man am Morgen sehr verblitzt erwacht, weil man ja die nötige Sorgfalt hat walten lassen und daher den Samstagabend mit heilem Zahnwerk und guten alten Freunden lustig Party machen durfte, mag es vorkommen, dass man also nach dem Erwachen sein Handy betrachtet und sich dann fragt:


Warum weint das Krokodil da eigentlich?


Warum hat es einen halben Fisch im Arm?

Und warum zum Teufel habe ich diese alberne Bilderserie gemacht?



Die Hinterfragung mancher Dinge sollte wohl einfach unterbleiben. Nicht weil es sein könnte, dass man sich an die, ehrliche Besorgtheit ausstrahlende, Miene des Hausherren bei dessen Erkundigung nach der momentanen Befindlichkeit des Amateurphotographen erinnert, sondern weil möglicherweise alte, längst verschlossen geglaubte Wunden jäh aufgerissen werden und jene unerfüllten Sehnsüchte zu Tage treten könnten, die einem das Scheitern des eigenen Lebensplanes kristallen klar bewusst werden lassen. Urplötzlich sitzt man senkrecht im Bett und ruft voll glühender Seelenpein aus: „Oh Gott, ich wollte doch immer nur ein Eieruhrendesigner werden!“ und eine Mischung aus Trauer und roher Missgunst verseucht dann den heiligen Sonntag.



Denkbar wäre das jedenfalls.

Samstag, Januar 28, 2006

Neues aus Wissenschaft und Forschung

Pubertät

Ja, Paps.
Wir müssen mal reden.
Du, ich habe eigentlich gar keine Zeit, ich bin in Ascalon verabredet.
Hm, wieder mit diesen jungen Taugenichtsen, die immer vor dem Stadttor herumlungern und tanzen?
Paps, ich mag diese Leute und ich mag Musik.
Junge, deine Musik ist das Wehklagen der Feinde, während du ihre Knochen mit dem Hammer zerschlägst. Und niemand muss dich lieben. Vor Furcht zittern bei deinem Anblick, das ist alles, was diese kleinen Menschlein tun sollen. Wir hatten doch darüber gesprochen, nicht?!
Ach Paps.
Mesmer? Was soll das sein?
Also, diese nette Frau meinte nach der Quest, ich hätte Talent zum Illusionisten und da hab ich halt einfach ja gesagt. Als sie fragte, ob sie mir ein paar Attribute schenken darf.
Balthasar hilf! Mein Sohn, ein Mesmer! Ein Hüne mit Irokesenfrisur, der einen zweitklassigen Mesmer spielt. Oh diese Schande! Das klingt wie Tee. Das riecht nach Hagebutte, verdammt!
Papa, ich mag Tee.
NEKROMANT! Das hatten wir vereinbart. NEKROOOMANT!
Nur du wolltest das immer.
Herje, du bist ein Krieger. die Luft sollte erfüllt sein vom Verwesungsgeruch deiner untoten Armee und dem frisch vergossenen Blut der Feinde. Jaha, und eines Tages wollten wir doch König sein. Wir beide. JAAHARRRHARRR.
Paps, ich wollte nie König sein.
W-i-e m-e-i-n-e-n?
Ich wollte immer nur Puppenspieler werden. Mit Kindern arbeiten. Ich mag Gwen. Wir pflücken oft Blumen vor der Stadt.
Oh Gott, was habe ich bloß falsch gemacht in meiner Erziehung?
Ich lass mir nix mehr sagen, Paps, ich fast auf Level 5.
Und was kommt morgen? Lackierte Fingernägel? Was sollen denn die Leute sagen, Junge?! Denkst du auch mal an deinen alten Vater?
Ich geh dann jetzt mal.
Streck wenigstens den kleinen Finger nicht so weg, wenn du den Kriegshammer führst, BITTE! Seufz.

Schöner Leben mit Trainbuk

Vor allem junge Leute stehen heute vor dem nicht zu unterschätzenden Problem, dass sie den Nachfragen ihrer Umwelt zu besonders grässlichen Gesichtsverletzungen nicht mehr per Verweis auf den Dienst im letzten Kriege begegnen können.

Wer also peinsame Stellungnahmen zu dem Thema „Wie mein Kiefer irreparabel zerschmettert wurde und ich zudem meine Zunge verlor“ gerne vermeiden möchte, sollte nach Erneuerung der Heckklappengasdruckfedern seines Kombinationskraftwagens bei erstmaliger Betätigung eben dieser runderneuerten Kombinationskraftwagenheckklappe – z. B. samstagmittags vor der Aldi-Filiale seines Vertrauens – tunlichst entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Kleinere Verletzungen lassen sich freilich mit einem Beutel Eis und Verzicht auf den abendlichen Discobesuch bestens kaschieren.

Freitag, Januar 27, 2006

Gehn Wirs...


...an!

Ein hübscher Kerl. Ein GroMöKerl. Ganz der Papa. Und wenner mal groß ist, kriegt er Nekromant als Zweitklasse. Hat der Papi auch schon beschlossen.
Auffi, geh spielen, kleiner Racker.

Wunsch mit Stil

Deine Wege mögen dich aufwärts führen, freundliches Wetter begleite deinen Schritt und Wind stärke dir den Rücken. Und mögest du längst im Himmel sein,
wenn der Teufel merkt, dass du fort bist.

Irischer Segenswunsch

Hach, Irland. Im Grünen sitzen, sich gepflegt mit lecker Guinness ´ne rote Nase anschaffen und den ganzen Tag singend solch feine Sprüche absondern. Das wärs. Ja, verdammt, was mach ich eigentlich noch hier?

Donnerstag, Januar 26, 2006

Wege zum Ruin

  1. Schneephiles Katzentier anschaffen.
  2. Terrassentür öffnen.
  3. Zuwarten.
  4. Fertig.

CU! Beyond the Bots!

Wenn man regelmäßig vor Beginn der Helligkeit das Haus verlässt, dafür aber weit nach Anbruch der Dunkelheit zurückkehrt, so ist der Internetanschluss ein wahrer Segen. Man kann damit nicht nur seine blödsinnigen Gedanken ins Weltweitnetz reintun, nein, sogar Bankgeschäfte lassen sich bestens am Wochenende erledigen. Ja, und man freut sich beispielsweise, weil ein feines Geburtstagsgeschenk pünktlich ankommen wird, ohne dass man dafür samstags hastig durch die Stadt latschen muss. Alles bestens - sofern man seine Überweisungsträger stets mit Konzentration und Akribie befüllt.

Nicht schön ist dagegen, wenn man nach dem Überweisungsakt feststellt, dass der angegebenen Kontonummer zwei Ziffern fehlen. Nun gut, man zuckt mit den Schultern, schreibt unaufgeregt eine E-Mail über den Sachverhalt an seine Bank und bittet sie vertrauensvoll um Hilfe. Das ist freilich ein katastrophaler Anfängerfehler, denn jedermann weiß, im Bankgewerbe spricht man nicht mehr miteinander, geschweige denn per Telefon. Nein, überhaupt spricht ja niemand mehr miteinander: Alles per E-Mail, Service-Bot oder Trouble-Ticket. Das Feld mit der Telefonnummer ist mithin lediglich Bänkerromantik. Keiner erwartet darin einen Inhalt, so wie niemand auf die Frage nach dem Befinden von seinem Gegenüber eine ehrliche Antwort zu erhalten wünscht. Und genau deswegen wird eine, als eilig und mit der Bitte um telefonische Rückmeldung gekennzeichnete, E-Mail auch als Kunden-Spam gelöscht. Ungelesen, versteht sich. Mein Fehler, und so harrte ich des Rückrufs vergebens. Jedoch, als Premiumkunde, der ich seit 25 Jahren bei meiner Bank bin, genau genommen seit meiner sorglosen Jeanssparbuch-Zeit, verfüge ich über etwas, das nicht jeder hat: Eine Durchwahl! Zu einem Apparat vor dem echter Mensch sitzt. Ein Apparat mit Frau dran. Und nette Stimme dabei. Also, kein Problem.

Nette Frau: Ach, Ihre Überweisung ist ja leider schon über 24 Stunden her. Da können wir nix mehr machen.
Ich: Aber meine E-Mail? Mit der dringenden Bitte um Rückruf.
Nette Frau: Pause. Meine Naivität wird offensichtlich am anderen Ende milde belächelt. Nein, da können wir nix mehr machen.
Ich: Hm, und jetzt?
Nette Frau: Seien Sie doch so lieb und rufen Sie mal selbst bei der Empfängerbank an. Bei dieser Postbank-Filiale.
Ich: Gut. Eine Frage noch: Was passiert eigentlich, wenn die merken, dass die Kontonummer falsch ist. Ermitteln die dann irgendwie?
Nette Frau: Pfff, nö, werden die wohl irgendwo parken, das Geld. Glaube ich.
Ich: Und...?
Nette Frau: Keine Ahnung. Rufen Sie mal da an. Besser!

Gut, man ist ja nicht auf den Kopf gefallen. Also erst natürlich den Händler angerufen. Kein Zahlungseingang dort. Keine wirkliche Enttäuschung, weil, war ja vorauszusehen.
Folglich Branchenverzeichnis gewälzt. Kein Eintrag. Nanu? Mit Sternchen, PLZ, Vorwahlen und Wortkombinationen gesucht. Negativ. Grunz.
Auf die Webseite gegoogelt: Jau, es gibt diese Postbankfiliale tatsächlich, es gibt sie! Die Luft riecht nach Sieg. Kurzzeitig. Erm? E-Mail-Formulare und recht viele 0180-er-Nummern. Alles nicht so wirklich passend auf meinen offenbar ziemlich ungewöhnlichen Fall. Na, was solls, her mit dem 0180-Superserviceauskunftscenter, der mich dann sicher nach bestem Wissen und Gewissen verbinden wird.

Superserviceauskunftscenter: G-u-t-e-n T-a-g, i-h-r-e K-o-n-t-o-n-u-m-m-e-r b-i-t-t-e.
Ich: Neiiiiiiiin! (fröhlich, in Homer-Simpson-Betonung)
Superserviceauskunftscenter: V-e-r-z-e-i-h-u-ng, i-c-h h-a-b-e I-h-r-e N-u-m-m-e-r n-i-c-h-t v-e-r-s-t-a-n-d-e-n. F-a-l-l-s S-i-e n-o-c-h k-e-i-n K-u-n-d-e s-e-i-n s-o-l-l-t-e-n, d-r-ü-c-k-e-n S-i-e...
Ich: noch amüsiert. Ach nein. Ciao, Saubot!

Klick. Zweite Nummer.

Superserviceauskunftscenter 2: G-u-t-e-n T-a-g, i-h-r-e K-o-n-t-o-n-u-m-m-e-r b-i-t-t-e.
Ich: nicht mehr amüsiert. Ja ja, dei Mudda…
Superserviceauskunftscenter 2: V-e-r-z-e-i-h-u-ng, i-c-h…
Ich:...lutscht Schwänze in der Hölle!

Klick. Hörer nochmal abgehoben. Demonstrativ zorniges KLICK! Leichte Verzweiflung.
Nächster Versuch: Per gut gespielter Unbedarftheit die eigene Hausvermittlung mit der Recherche beauftragt. Erfolglos.
Desillusioniert an die Telekom-Auskunft gewandt. Die wissen doch alles - sagen die jedenfalls immer.

DaWerdenSieGeholfenBabe: Wissen Sie, das ist gar kein Wunder, die meisten Postbank-Filialen haben ihre Rufnummern aus dem Verzeichnis rausnehmen lassen.
Ich: Wie, aus dem Verzeichnis rausgenommen?
DaWerdenSieGeholfenBabe: Ja, alles nur noch über Service-Hotlines.
Ich: Wie zum Teufel definieren die Service?
DaWerdenSieGeholfenBabe: Tja. Untröstlich, aber so ists.
Ich: Daran beruhigt mich eigentlich nur, dass ich nachweislich also noch nicht vollkommen wahnsinnig bin.
DaWerdenSieGeholfenBabe: Ach, Moment, schauen Sie, hier hab ich grad zwei Nummern gefunden: von irgendeiner Express- und da von einer Vermögensberatungs-Filiale. Sind halt nur in anderen Städten.
Ich: Nicht Ihr Ernst, oder?
DaWerdenSieGeholfenBabe: Doch. Die geben Ihnen aber bestimmt die richtige Auskunft.
Ich: Wie auch immer, ich brauche eine Nummer! Sorry, eine Telefonnummer. Bitte.
DaWerdenSieGeholfenBabe: Welche wollen Sie?
Ich: Ich nehme mal die Frankfurter. Alte Bankenstadt. Das ist bestimmt die richtige Wahl.
DaWerdenSieGeholfenBabe: Schön, ich verbinde Sie, kleinen Moment. Viel Glück.
Ich: Thx.
MainhattanBankBot: G-u-t-e-n T-a-g...
Ich: Raaaaah!

Teufel, Teufel, 1000 Teufel...
Der Händler! Der will doch mein sauer verdientes Geld! Der muss helfen. Ja, der muss!

Ich: Hallo, folgendes, ich hatte schon mal angerufen. Bitte, bitte eine Nummer Ihrer Hausbank. Hier und jetzt.
Händler: Hammwanisch. (sächsische Färbung)
Ich: Ich brech gleich ins Essen. Sie haben nicht mal eine Nummer von ihrer Hausbank?!
Händler: Nu, die Service-Hotline vielleicht.
Ich: WTH?! Aufgemerkt, guter Mann, geben Sie mir eine Durchwahl. Mit richtigen Menschen dran. Sie kriegen sonst kein Geld! Nicht von mir! Widerruf der Bestellung. Comprende?!
Händler: Ich ruf Sie zurück.
Ich: Verbindlichsten Dank.
Händler: Hallo, ich bins. Hab eine Nummer.
Ich. Der Herr sei gepriesen.
Händler: Ist aber ein Automat.
Ich: Nö!
Händler: Von der Anlageberatung.
Ich: Nöööö!
Händler: Sie müssen doch nur dreimal „Berater“ rufen, wenn der Sie nach ihrer Kontonummer fragt...

Klick. Ich verstoße dich! Ich verstoße dich! Ich verstoße dich!
Also wieder zur eigenen Bank. Dort neue nette Dame.

Ich: Guten Tag. Bitte mir zuhören, denn ich bin ein verzweifelter kleiner Mann.
Tränenreiche Schilderung. Herzliches, ehrlich mitfühlendes Lachen am anderen Ende.
Nette Dame 2: Nein, Nein. Ich habe auch keine Nummer für Sie.
Finales Aufbäumen; ich ziehe meinen letzten Trumpf.
Ich: Ich habe auch die B-a-n-k-l-e-i-t-z-a-h-l! Ja?! JA?! Bitte!
Nette Dame 2: Nein.
Rien ne va plus. Mutlosigkeit erfüllt den Raum.
Nette Dame 2: Schauen Sie, haben Sie doch etwas Geduld. Muss ich auch immer haben, obwohl ich nicht mal drei Gramm davon besitze. Hihihi.
Ich: Ich habe aber doch keine Zeit! Es geht um ein Geburtstagsgeschenk und ich werde keine neue Überweisung machen, solange mein Geld nicht zurück überwiesen wurde, denn der Betrag ist nicht unwesentlich. Das heißt also: Kein Geld zurück = keine Überweisung = keine Warenlieferung = kein verdammtes Geburtstagsgeschenk = Tränen und Mecker für mich!
Nette Dame 2: Oh ja, das verstehe ich gut. Hören Sie, zwei Wochen. In zwei Wochen haben die das gemerkt und buchen es von alleine wieder zurück. Versprochen! Haben Sie Geduld. Nicht traurig sein.
Ich: Und wenn es diese falsche Kontonummer zufällig doch gibt?!
Nette Dame 2: Tja...
Ich: Jedenfalls, Danke fürs Zuhören. Ganz im Ernst.

Stille. Nur unterbrochen von einem voluminösen Fernsprechverzeichnis, das krachend zwischen meinen Zimmerpflanzen einschlägt und einen hässlichen Streifen am Fenster macht, bevor es zu Boden purzelt. Darüber nachgedacht, dass restriktive Waffengesetze wohl doch ihre Daseinsberechtigung haben. Darüber nachgedacht, dass meine bereits im Deutsch-LK geäußerte, damals recht umstrittene These, Kafka sei ein kranker Mann gewesen, dessen Schreibe nur zur Selbsttherapie diente, gerade im Moment ausreichende Beweisführung erfährt. Tutor verabschiedete mich damals mit den Worten: „Sie schreiben niemals ein Buch über Kafka!“ Recht hat er.

Und während im Hintergrund inzwischen eine gute alte Scheibe der Gruppe Destruction, namens „Life without sense“, dudelt, da recke ich die grimmige Faust, Postbank, und rufe dir zu, Postbank, ich weiß, dass es hinter deinen Bots noch etwas geben muss. Da sitzt irgendwo ein böses Wesen. Hinter deinen Automaten. Ich weiß es. Und es lacht. Über mich. Es hat uns die liebenswert schnarchigen Postbeamten weggenommen. Diese herzigen Cliff Clavins der guten alten gelben Truppe. Jajajaja, ich kann dich hören...ssshshshshshshssh...Aber, du bist auf meiner langen schwarzen Liste. Und wir sehen uns noch. Versprochen. Hinter den Bots. Sie können dich nicht ewig beschützen. Und dann werd ich... HARRRGHARRHMSHSHSGngngngnarghlglwimmer...

Erwacht. Betäubt an den Rechner getrollt. Postbankseite auf. Kontaktformular. Naja, was solls, nur eine Demütigung mehr. Seufz. Sehr geehrte Damen und Herren....

Mittwoch, Januar 25, 2006

Virilitätsersuchen

Liebe 8,63% der männlichen Bahnsteigpopulation, bitte nicht immer die Augen zukneifen und Ohren zuhalten bei der Zugeinfahrt. Nicht machen, bitte, weil das sieht nicht aus und ich schäm mich doch dann immer so. Vergebung, es musste einfach mal raus.

Sind halt auch nur Menschen

Aufgestanden. Müde. Zeitung hol. Mecker gekriegt wegen Geschnarche und weil man sich angeblich des nächtens herumgewälzt hat wie ein Entenwal. Daraufhin den ganzen Morgen "Entenwal" genannt worden. Grummel. Zeitung aufschlag. Zum morgendlichen Ärgern fertig mach. HAAAA! Die Grünen wieder. Jahaa, die hab ich gern, die kommen mir gerade recht. Hm? Wie? Kein Untersuchungsausschuss?! Luft einzieh zwecks groben Gefluches… ALSO, DAS ISSJA…

...Muahahahaha...

Ach, meine armen kleinen Berufsmoralisten, Aufklärer, Allestransparentmacher, und vor Betroffenheit nach Worten Ringenden: Jaja, da wird einem gerade mal wieder schmerzhaft bewusst, dass (politische) Verantwortung außerhalb des Elfenbeintürmchens das Westlein auch mal schmutzig machen kann. Und dass die Welt eben manchesmal nicht so einfach funktioniert, in ganz schwarz oder weiß, was es zugegebenermaßen auch verfickt schwierig macht, dem hohen Anspruch an sich selbst gerecht zu werden. Was bleibt einem denn da, als hilflos etwas zu stammeln wie „Höööhm, Untersuchungsausschuss, wie, wollten wir den etwa? Nööönö, das ist aber getz grad schlecht. Ja, und überhaupt, ihr wollt ja wieder nur den Joschi diskreditieren.“
Tja, und wenn man sich deswegen sowieso richtig mies und klein in seiner Haut fühlt, dann kommt zu allem Übel noch eine(r), wie z. B. der Hab-Spaß-Guido, und semmelt dazu ´ne Verbalwatschen hinein, so dass die Öhrchen nächste Woche noch fiepen.
Kommt, seid nicht traurig. Ist doch nicht schlimm, ist menschlich. Wir Normalsterblichen kennen das auch. Zur Genüge, oh ja. Und außerdem, Denkmalpflege issja auch sehr wichtig.

Hey, soll ich euch mal was sagen: so sympathisch wie heute wart ihr mir schon lange nicht mehr.

amused,
t.

Dienstag, Januar 24, 2006

Chronicles of Lars

Nun höret die Kunde - die Kunde von König Lars dem Eroberer, dessen Name auf ewig vom Freunde sei mit Ehrfurcht genannt, vom Feinde jedoch in Schreckenstarre geflüstert.

Noch im Jahre des Herrn 2003 wurde der Thron der Südprovinzen recht- mäßig von mir beansprucht. Freilich war ich unglückseligerweise von Geburt an mit sündiger Trägheit geschlagen, und so begab es sich, dass die Ländereien in meinem Reiche verfielen und die Regentschaft des Pöbels und der Anarchie begann. Die benachbarten Felidae-Clans hatten keinen Respekt vor der Herrscherfamilie, plünderten und brandschatzten ungestraft. So stand eines Tages unweigerlich der Staatsstreich vor der Türe und mit ihm ein weißes Bündel, welches mir von dem Revolutionsrat als König Lars vorgestellt wurde. "Er ist mickrig, stinkt, hat Flöhe und ein Triefauge“, höhnte ich da in meiner Hybris und beschloss dem kleinen Emporkömmling eine Lektion zu erteilen. Nun, ich habe wohl niemals mehr soviel Hass in einem Raum gespürt, als an jenem Tage in den königlichen Thermen, und mein Versuch, den Rivalen aus dem Felde zu beißen, scheiterte kläglich: das zähe Kerlchen überstand mein Attentat unbeschadet, zudem des Flohbefalls entledigt. Ich hingegen wurde am nächsten Tage zur Abdankung genötigt. Doch der Thronfolger ließ Milde walten und mich weiterhin als Mundschenk dienen. Von Demut erfüllt, wischte ich fortan die Tröpfchen des hoheitlichen Triefauges vom Marmor und bekämpfte die fetten Spinnenfürsten in den darunter gelegenen Gewölben ihrer Majestät.

Von gebrechlicher Physis gepeinigt, regierte der Kindkönig dennoch mit eiserner Knute bis die anderen Felidae-Barone alsbald den eingeforderten Respekt zollten und auch die unbedeutenden, gleichwohl sehr unbequemen, Stämme der Mus geschlagen das Land verließen. Oft kehrte der König mit blutigen Trophäen aus der Schlacht zurück und ließ die Eingeweide und Gebeine seiner erschlagenen Feinde vor dem Palaste aufbahren - weithin sichtbar, eine Warnung für die anderen Häuser. Auf diesem Wege in kürzester Zeit als Hegemon akzeptiert, stellte er die Ordnung im Reiche wieder her. Endlich ward die Südprovinz befriedet und der Einäugige konnte sich nun vermehrt seinen staatsmännischen Aufgaben widmen. Ja, ein weiser, ein mutiger Regent war er und erfreute sich großer Beliebtheit unter den neuen Bundesgenossen.

Mit geeinter Kraft wurden die hündischen Horden, welche seit Jahrhunderten die, vor unseren Toren gelegene, Seidenstraße heimsuchten, in den Folgemonaten zermürbt und aufgerieben. Kein Dackelbarbar wagte es fortan mehr unser Territorium zu betreten, geschweige denn, es frevelnd zu besudeln. Und selbst das deprimierende Vogelgezwitscher, welches zu früherer Zeit stets erklang, wollte man sich nach durchzechter Sommernacht zur Ruhe betten, es war irgendwann verstummt: Die Blütezeit der Südprovinzen - die Zeit der Pax Lars.

Doch eines Tages begann er, von Ehrgeiz getrieben wie jeder große König, sein Reich zu vergrößern. Bis weit über die Bundesstraße hinaus zog er mit seinen Gefährten, dorthin, wo die bekannte Welt nach den Erzählungen der Ältesten ihr Ende findet. Wer weiß, vielleicht stünde er heute am Ufer des Rheins und ließe just in diesem Moment das, von ihm stets verabscheute, Karnevalistengezücht an die Laternen knüpfen.


Doch es hat nicht sollen sein: auf dem Rückweg von einer Landnahme fiel Lars der Eroberer in der bitterkalten Nacht vor einem Jahr auf der Bundesstraße in einem feigen Hinterhalt der Blech. Er wurde nur 15 Monate alt.
Von den Getreuen wurd der König heimgeholt und an seinem Lieblingsplatze im hoheitlichen Lustgarten zur letzten Ruhe gebettet. So, wie es die Tradition verlangt.
Lars starb als freier und geliebter kleiner Kamerad, dessen Name niemals in Vergessenheit geraten wird. Eine gute Bilanz für ein kurzes, aber dennoch schönes und erfülltes Leben. Wohl dem, der dies am Ende von sich behaupten kann.

Sonntag, Januar 22, 2006

Medizin für miese Tage

Einfach klasse!

Japp!

Mal schauen, ob meine Garderobe aktualisiert werden muss

Samstag, Januar 21, 2006

Walk on

Neulich, bei der Beerdigung eines Gleichgesinnten: Vor der Totenmesse erklang die Gänsehauthymne "You´ll never walk alone".

Stimmt ja schon. Irgendwie.

Absolution

Der Besitzer jener Stimme, die mir dieser Tage mitten in der Nacht eine Benachrichtigung über einen „garantierten Gewinn von 3.000 Euro“ bzw. über die alternativ „garantierte Teilnahme“ an einer „garantiert stattfindenden Auslosung" mit "Gewinnen in garantierter Höhe“ von n Euro auf dem Anrufbeantworter hinterließ, soll bitte keine Angst haben. Er darf mit meiner Milde rechnen, denn ich empfinde die Arglist eines solchen Tuns doch als ziemlich überschaubar. Freilich wird der eine oder andere Tölpel darauf reinfallen. Dieser gehört dann allerdings einem Personenkreis an, auf dessen Ebene das Wort Schmerz sowieso längst zu einem inhaltsleeren geworden ist.

Also ehrlich, wer so putzig auch noch einige Minuten mit höflich vorgetragenen Entschuldigungen verbringt, sprich, mir erläutert, warum ich eigentlich, und dies auch „nur heute“ und „jetzt sofort“, eine 0190-er-Nummer zum Minutenpreis von Dreieuroirgendwas anrufen muss, um an meinen mehrfach „garantierten“ Gewinn zu gelangen, dem kann ich doch nicht böse sein. Der Ertrag werde auch ganz, ganz "seriös zur Finanzierung der administrativen Kosten" und natürlich der „garantierten Gewinne" eingesetzt - hat der tatsächlich u. a. gesagt. Hahaha. Gut, gut, aufhören, bitte! Absolution ist bereits erteilt, mein Sohn.

Relaunch

Finanzierungsvorschlag des BMI zum Relaunch der Bundespolizei: Abgabe i.H.v. 20 Eurocent bei jedem Discounter-Besuch.


Die Betitelung „Du bist Miss BPOL WM 2006“ wurde allerdings kurzfristig verworfen.

Freitag, Januar 20, 2006

Respekt!

Schlagzeilen. Heute.

Seite 1:

Chirac droht Terrorstaaten mit Atomschlag...Kaum verhüllte Warnung an die Adresse Irans.

Seite 2:

Paukenschlag aus Paris... deutliche Drohung gegen Teheran...

Seite 3:

Vorfreude auf die Bombe - Teheran. Worum es bei dem Streit um das Atomprogramm genau geht, ist den meisten Iranern....


Ach Menno, ihr hättet euch ja ruhig ein bisschen fürchten können. Wenigstens so tun als ob. Boa, seid ihr Hartriegel!

Nun gut, sondere ich halt auch ungefragt ab

Über Jean-Rémy von Matts Gewinsel breiten wir mal besser den gnädigen Mantel des Schweigens. Trotzdem, verstehen kann ich seinen Frust. Nix Dolles ist die Kampagne, zugegeben, und wahrscheinlich ist sie auch tatsächlich vollkommen nutzlos, eine solch böse Abstrafung hat sie indes nicht verdient, weil: ist gut gemeint, tut niemandem weh.

Meine Meinung: Eine "Du bist Deutschland" betitelte Aktion unbarmherzig und von allen Seiten mit der verbalen Dampfwalze zu bearbeiten, das jedenfalls, das ist ganz besonders Deutschland.

Donnerstag, Januar 19, 2006

Plan B, wie bragmatisch

Grmpf. Zu spät: überall bereits Du-bist-Deutschland-Posts. Toll. Ab in die Tonne mit meinem.

...räusper...

...hm...

...
was ich ja auch mal sagen wollte. Wegen dieser dummen Angelegenheit. Die, mit dem BND. Ich meine, wir sind uns doch einig, gute Außenminister wachsen ja bekanntlich nicht auf den Bäumen. Und nur für den Fall, dass da irgendwie personelle Konsequenzen...Angie, da dachte ich halt so bei mir...also, der persönliche Referent des geschätzten Amtsinhabers heißt Peter Prügel. Mehr helf ich dir jetzt aber nicht!

Mittwoch, Januar 18, 2006

Ist doch nix dabei

„...ihm sei zwar schon klar geworden, dass das Schlachten eines Menschen auf dessen Wunsch tabu sei. Dass es strafbar sei, habe er dagegen nicht gewusst. Vielmehr könne das freiwillige Aufgegessenwerden damit verglichen werden, dass jemand seine Leiche für medizinische Zwecke oder die Leichenschau „Körperwelten“ zur Verfügung stelle.“

Das musste mal gesagt werden. Vorschlag von hier: Rechte kaufen, marsch, marsch! Flugs ne Show für die Privaten mit Verona oder ähnlichem Großkaliber produzieren; z.B. „Deutschland sucht den Supersnack“ - nahtlos von DSDS zu – DSDS! Hui! Und die weniger Belichteten unter uns müssten sich dann noch nicht mal eine neue Abkürzung merken. Nur das mit dem Casting, das muss bitte vorher genau durchdacht werden. Lasst es euch gleich gesagt sein, ich will als Samstagabend-Zuschauer hier keine bereits angebissene Ware sehen!

Wie? Kranker Scheiß? Hey, sonst seid ihr doch auch nicht so zimperlich. Also, du kriegt ja die Tür nicht zu. Wie intolerant sich der moderne Mensch oftmals gibt. Kaum lebt da einer seine Sexualität mal abseits der Konventionen und ohne Hemmungen aus, dann wird er gleich als vollkommener Irrer abgestempelt. Ja, wie alle sexuellen Befreier sieht sich der unglückliche Tabubrecher staatlicher Repression und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt.

Aber wer gibt uns denn das Recht zu entscheiden, was normal ist und was nicht, hm? Jahaa, ihr Philister, euch mein ich. den Marquis de Sade haben sie damals ja auch schön eingelocht und heute lasst ihr euch doch gerne mal in der Mittagspause an den Nippeln aufhängen. Da schaut auch keiner mehr schief. Und den ollen Kolle, den hätte man am liebsten gelyncht, nicht wahr? Aber wer ist nun nicht froh, wenn er eine Gefährtin mit fundierten Blow-Job-Kenntnissen an seiner Seite hat, na? Na? Und noch mal und, wer von euch hat sich denn noch nie vorgestellt, diese forsche Dame würde ihn übers Band legen und ihm mit gespielter Strenge den Abstandshalter...

Ich befürchte allerdings, die Gesellschaft ist einfach noch nicht reif dafür. Also Kumpel, sorry, aber es wird wohl das Beste für alle sein, wenn du einfach niemals mehr die Sonne zu Gesicht kriegst. Ist nicht persönlich gemeint.

Der Kampf geht weiter


Strahlend vor Freude präsentiert Verdi-Ortsgruppenleiter Krause (nicht im Bild), wofür er all die Jahre hingebungsvoll gekämpft hat: Die Belegschaft darf nun endlich den so lange ersehnten Durchlauferhitzer ihr Eigen nennen.
Was uns wieder einmal gewahr werden lässt, dass nur ein starker gewerkschaftlicher Arm dem Sozialabbau Einhalt gebieten wird.

Dienstag, Januar 17, 2006

Kein guter Tag

Gott, hab ich einen Sockenschuss: Schon wieder nach 10. Glücklicherweise gaben die nutzloses Zeuch quatschenden Mitfahrer, die sich dreist zu mir in meine schöne Vierer-Sitzschnecke gesellt haben, nach wenigen Minuten Ruhe. Lag wohl an der Art, wie ich die unschuldige, aber leere - und dafür gibt es ja nun wiederum gar keine Entschuldigung - Bierdose zermalmte. Oder vielleicht doch an jenem Gesichtsausdruck, der nach 15 sehr unschönen Arbeitsstunden zusammen mit der freudlosen Heimfahrt im DB-AG-Siff einfach automatisch hochgefahren wird. Nun, ich bin kein Arzt, aber ich stelle fest, die kleinen Plappermäulchen hatten einen recht gesunden Überlebenstrieb.
So. Bier, ich brauch mehr Bier. Und Dust 2, jahaaaa... Zieht euch mal schon bald die Knieschoner an, Mädels! Death, suffering, pain´s coming 4 u...

WM - es gibt noch viel zu tun

Lieber Herr Bundesinnenminister,

ich möchte es vorab nicht versäumen, Sie meiner Dankbarkeit im Bezug auf ihre geplante Regelung zu versichern, die, wie ich einer kleinen Pressemeldung im Sportteil meiner Tageszeitung entnehmen konnte, zum 01.02.06 in Kraft treten soll.

Gut und richtig ist es in meinen Augen, dass Sie der Auffassung eines Verwaltungsgerichtes, Teil der besonderen Verpflichtung zur Wahrung des polizeilichen Ansehens sei u. a. einheitliches Erscheinungsbild ohne langhaarige Bombenleger, nun endlich auf Erlasswege folgen werden. Ordnungshüter sollen hier schließlich nicht rumlaufen wie die Gaylords. Und das schon gar nicht bei unserer schönen WM. Tätowierte Piercinghubers, Ohrringträger und Drei-Tage-Bärter - ja, wo kämen wir denn da hin? Das hätten die wohl gerne: Mit Lagerfeldzopf und Wedelfächer in der Hundertschaft rumlümmeln, oder was? Jawohl, fehlende Einheitlichkeit mit dem daraus resultierenden ungepflegten Erscheinungsbild würde glatt als „Ausdruck einer ausgeprägt individualistischen Haltung wahrgenommen werden“. „Pfui!", rufen da Bürger und Hooligans einig aus und wittern zu Recht ein Sicherheitsrisiko. Behaltet mal eure ausgeprägt individualistische Haltung schön für euch. Und es ist doch schließlich WM. Da schaut man auf uns. Außerdem, mal ehrlich, Freundschaftsbändchen - hallo - die braucht ihr ja wohl sowieso nicht.

Dennoch bedarf Ihr gut gemeinter Erlass der Ergänzung. Sie werden mir zustimmen müssen, dass es mit oberflächlichen Maßnahmen wie z. B. der Anordnung „sozial adäquaten“ Make-ups oder der Begrenzung von Ohrringdurchmessern für ein erfolgreiches Projekt unter der Überschrift Gepflegt, einheitlich und sicher in die WM mit Freunden nicht getan ist. Wenn der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft da plumpdreist behauptet, die Bundespolizisten sähen allesamt bereits hervorragend aus, so mag das ja sogar annähernd richtig sein, doch muss ich bezüglich deren Kolleginnen, die der kleine Schlingel (oder die / der verantwortliche Red.) wohl bewusst unerwähnt ließ, zugegeben rüde und fern jeder Galanterie, das Gegenteil konstatieren. Ich habe in den letzten Monaten an verschiedenen Bahnhöfen und Flughäfen mit eigenen Augen erschreckend unansehnliche Bundespolizistinnen entdeckt. Oft fragte ich mich da als rechtschaffener Steuerzahler bestürzt: „Was machen die denn eigentlich mit meinem Geld?“ Aber nun darf ich mich ja mit der Hoffnung tragen, dass dieser Missstand bald ein Ende haben wird.

Ich schlage vor, für das, der Schnürung harrende, Notmaßnahmenpaket umgehend alle im Lande ansässigen plastischen Chirurgen zwangsweise an ihre Staatsbürgerpflicht zu erinnern. Die enorme Zahl zwingend erforderlicher Fettabsaugungen, Brustvergrößerungen und Gesichtskorrekturen erledigt sich ja nicht von selbst. Wir sollten uns des Weiteren auch relativ zügig auf die flächendeckende Ausstattung mit farbigen Kontaktlinsen und Perücken einigen, um fehlendes Blondmützen- und Blauaugentum in Ordnungshüterreihen nachhaltig zu bekämpfen. Auch hier tut Eile Not, da, wie Sie sicherlich wissen, europaweite Ausschreibungen durch die Tücken des öffentlichen Vergabewesens ebenfalls ihre Zeit in Anspruch nehmen.

Was mir allerdings noch etwas Sorge bereitet, ist die stetig wachsende Zahl von grotesken zivilen Erscheinungen im öffentlichen Raum. Herje, da meint inzwischen jeder Hanswurst, er könne einem mit diesem Individualscheiß kommen. Das fällt doch alles auf uns zurück! Und es ist doch schließlich WM. Bitte auch da mal drüber nachdenken.

Immer bereit zu helfen,
mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr

T. Rain. Buk

Sonntag, Januar 15, 2006

Spruch zur Nacht

Auch schön:

Es ist nie zu spät, zu sein, was du hättest sein können.

Eliot

Samstag, Januar 14, 2006

Sun Tzus Meister

Wegen der Ernsthaftigkeit des Hintergrundes sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der unten abgebildete Marine lt. Presse inzwischen, wie viele seiner Kollegen, unter posttraumatischem Stress leidet.

Was lernen wir daraus? Ärgere Einzeller GWB solange, bis er dir eine großzügig bemessene Zahl dieser Jungs vor die Haustür schickt. Irgendwann gehen die dann ja wieder nach Hause und bereichern die dortige zivile Gesellschaft mit importierten seelischen Erkrankungen. Saufen, überfallen Tankstellen, schlagen ihre Frauen blau oder zerschmettern einfach nur kostenmäßig das Gesundheitssystem.

Der olle Sun Tzu hat seine Meister längst gefunden.

Friede meiner Asche

Als passionierter Raucher hat man es ja bekanntlich nicht mehr leicht in diesem unserem Lande. Aber gut, man akzeptiert es, macht sich auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit klein, fragt, bittet um Entschuldigung, fröhnt der Sucht auf dem Balkon oder verzichtet gar (auf die Zichte – um hier ein spontanes Wortspiel anzubringen). Selbst mit dem Personenkreis, der absichtlich in den Raucherwaggon einsteigt, nur um ihn, gekünstelt hustend mit Adjektiven wie „widerlich“, „schlimm“ und „unerträglich“ um sich werfend, unter Wedelbewegungen der Primärhand durchqueren zu können, selbst mit dem hat man sich arrangiert. Man ruft den Betreffenden ein leidenschaftsloses „Lern lesen, kleiner Spinner!“ hinterher und alle sind zufrieden. Das möchte ich als Musterbeispiel friedlicher Koexistenz genannt wissen.

Gar nicht schön ist es allerdings, wenn man sich nach hartem Tagewerk, so wie ich gestern, entspannt eine ansteckt, während man die Karte im Bezug auf etwas Ordentliches zum Futtern sichtet - selbstredend nicht ohne den Horizont zuvor mit negativem Ergebnis nach Feindaufkommen abgesucht zu haben – und überraschend aus der Lektüre von einem Mitgast gerissen wird, der auf den ersten Blick eigentlich ein recht freundlicher und toleranter Geselle zu sein scheint, welcher in seiner spärlichen Freizeit Mahnwachen abzuhalten oder Kröten über Bundesfernstraßen zu tragen pflegt. „Auf glühenden Kohlen“ habe er gesessen, ruft der, aus einer entgegen gesetzten Ecke des Gastraumes Heraneilende, als er hastig an meinem Tisch vorbei zu dem entdeckten Bekannten rauscht. Dabei versäumt er es freilich nicht einen abschätzigen Blick auf meine Person zu werfen und fies diesen Kunsthusten abzusondern. „Um Himmels Willen, wir müssen schleunigst diese Lokalität verlassen“, bringt er uns des Weiteren zur Kenntnis, „hier rauchen ja Leute Kette“. „Jaja“, nickt der Bekannte da sehr wissend und man unterhält sich ca. eine Viertelstunde laut und ausufernd über dieses Thema - auf glühenden Kohlen sitzend.

Irgendjemand zieht mich vorsichtig auf meinen Platz zurück, nimmt mir behutsam den eisernen Ascher aus den Fingern und mein gurgelnder Fluch verhallt in einer liebenden Handinnenfläche.

Donnerstag, Januar 12, 2006

Heute bleibt die Küche kalt

Will sagen, wegen Oberkante-Unterlippe-Knechterei gibbet heute nur einen geklauten Spruch:

Die einzig "normalen" Menschen sind die, die man nicht gut kennt!

Ancis


Doch, gefällt mir - der hat was. Wenn ich auch schamesrot zugeben muss, dass ich verdammt noch mal nicht die blasseste Ahnung habe, wer zur Hölle dieser Ancis sein soll!

Na wenigstens hab ich durchs googeln - warum auch immer - mal das Aquarienschnecken-Forum kennen gelernt. Issja auch schön.

Mittwoch, Januar 11, 2006

Bitte ein bisschen mehr Konzentration, liebe FSK

Es wird ja sehr viel geschrieben und sich die Köppe heiß diskutiert über böse Filme und schlimme PC-Games. Wegen ihrer angeblich verheerenden Wirkung auf noch nicht ganz so reife kleine Menschen. Ha, erwischt! Nicht aufgepasst. Gestern wieder mal gesehen, den da.

Ich fordere hiermit Gleichberechtigung für den Film noir! Er und dieser miese Verführer, der bereits einige Generationen vor Vin Diesel schweinisch cool war, haben ein Anrecht auf entsprechende Würdigung.

Schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der unreife Kontakt mit ihnen ein jahrelanges Martyrium nach sich zu ziehen vermag. Bekannte Nebenwirkungen sind u.a.

  • Genuss von ca. 150.000 Stück Lucky Strike ohne
  • Konsum ungezählt vieler Liter erschwinglichen Whiskys
  • peinlicher Trenchcoat-Fimmel
  • katastrophales Faible für ausgebuffte Stöckelluder mit gespieltem Kleinmädchencharme.

Und? Freigabe ab 12 Jahre! Ja hallo? Wenn schon dann richtig!

Dienstag, Januar 10, 2006

Die hässliche Wahrheit: keen program!

Weckt ob ihrer unbestreitbaren Häss-lichkeit beim Betrachter das verständliche Bedürfnis sich rasch zu entfernen. Gleichwohl muss leider festgestellt werden, dass die olle Kachel geradezu von Weisheit trieft. Wobei dieses Zugeständnis bei manch einem mit der trotzigen Assoziation „blindes Hunh findet halt auch mal Korn“ einhergehen mag.

Sonntag, Januar 08, 2006

Sonntagsfrühstück bei Rosamunde und Robin

"Du, Mama?" - "Hm…" - "Hörma bitte zu."
Räusper...


Witwer David zieht an der irischen Küste eine Ertrinkende aus dem Wasser. Bei einer Reise nach Neuseeland trifft er sie zufällig wieder: Es handelt sich um Jennifer, die Besitzerin einer Werbeagentur. Die beiden kommen sich bald näher – aber David muss nach Irland zurück.

"Was für ein Schrott! Oh Gott, ich habe keinen Sohn mehr!" - "Entschuldige bitte, Mama." - "Nichtsnutz! So geht das:"
Victoria Bradshaw ist erst 18, als sie sich in den Theaterautor Oliver Dobbs verliebt. Doch er verlässt sie wegen einer anderen Frau und verschwindet aus ihrem Leben. Viele Jahre später taucht Oliver mit seinem zwei Jahre alten Sohn wieder bei Victoria auf. Zusammen mit Oliver und dem kleinen Jungen verbringt sie ein paar Tage auf einem alten Herrensitz in Schottland. Dort lernt sie auch den jungen Börsenmakler John Dunbeath kennen. Als Oliver überraschend abreist, um sich wieder dem Theaterleben zu widmen, durchschaut sie dessen wahren Charakter: Denn seinen kleinen Sohn lässt er einfach bei Victoria zurück. Tief enttäuscht von diesem Verhalten, wendet sich Victoria mehr und mehr John zu. Bei einem Brand rettet John Dunbeath unter Einsatz seines Lebens den kleinen Jungen vor dem Feuertod. Endlich weiß Victoria, wem ihr Herz gehört.

"Oh ja, das ist wundervoll, Mutter." - "Ja, ja. Nun geh auf dein Zimmer und pfusche hinfort nicht mehr!" - "Natürlich... Du Mama, ich habs schnell umformuliert:"

Nach dem Tod seiner Frau droht David an dem ungeheuren Schmerz zu zerbrechen und flieht nach Amerika. Unter Geheimhaltung seiner wahren Identität nimmt er dort eine Stelle als Gärtner an. Doch erst die Freundschaft zu dem kleinen Benji und dessen attraktiver Mutter lässt die Hoffnung in ihm aufkeimen, dass selbst ein verletztes Herz wieder heilen kann.

"Junge… Jetzt passma auf:"

Amanda arbeitet in Plymouth, ihr Freund Julian Reeves betreibt eine Großgärtnerei auf dem Lande. Bei einem Treffen lernt Amanda dessen Patenonkel Hugh Hanthorpe kennen. Er scheint angetan von Amanda. Als ihr Chef Amanda eine freie Mitarbeit anbietet, steht dem Zusammenleben mit Julian nichts mehr im Wege. Doch der erhält von Hugh Hanthorpe den Auftrag, sich um das Anwesen in Neuseeland zu kümmern. In seiner Abwesenheit trifft Amanda sich mit Peter Gould, dem vermeintlichen Sohn von Hugh Hanthorpe. Julian und sie driften mehr und mehr auseinander. Julians Mutter Elizabeth, die sich Sorgen um das junge Glück macht, beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt sie auf eine Intrige.

"O.k. Kapiert. Aber schau mal, ich hab gestern, als ich den ganzen Tag auf meinem Zimmer bleiben musste, noch ein anderes Buch geschrieben:"

Als der erfolgreiche Investment-Manager Dan Porter nach einem Börsencrash seinen Job verliert, wenden sich seine Frau Jackie und seine Kinder enttäuscht von ihm ab. Nach Wochen in den schottischen Highlands weiß Dan, dass kein Preis zu hoch ist, um seine Familie zurück zu gewinnen.

"Oh Sohn, das ist ebenfalls... Ach herje, na komm - hör mir nochmal genau zu:"

Alle Vorbereitungen zur Hochzeit laufen bereits auf Hochtouren, als Eleonor entdeckt, dass ihr von ihrem zukünftigen Ehegatten Hörner aufgesetzt werden. Enttäuscht und verzweifelt sucht sie bei Tom, ihrem besten Freund, Trost und Verständnis. Tom plant die Umbauarbeiten des Hotels seines Bruders am Meer und lädt Eleonor ein, mit ihm das Wochenende dort zu verbringen. Eleonor, die vor wenigen Tagen ihren Job als Graphikerin geschmissen hat, kann einen Tapetenwechsel gut gebrauchen! Tom ist wild entschlossen, Eleonor aufzuheitern und es kommt, wie es kommen muss: er gesteht ihr in einer romantischen Stunde seine Liebe, und Eleonor gibt seinem Verlangen nach! Doch rasch kommen die Zweifel, ob die Flucht in eine Affäre richtig war.


"Ah, jetzt hab ichs verstanden...
Soooo, fertig. Na? Was ist mit diesem?"

An der schottischen Ostküste, umgeben von weiten Feldern und üppiger Landschaft, liegt die kleine Farm, um deren Erhalt Liz kämpft. Als ihr Sohn einen Untermieter auf der Farm einquartiert und Bauherren Interesse an Gut und Land bekunden, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung.

"Nein, nein, nein! Das wird doch nie was mit dir. Wofür habe ich dich bloß unter Schmerzen auf die Welt gebracht? Aufgemerkt jetzt!"

Henry Farland zieht mit seiner Frau Allison und seiner Tochter aufs Land - zu Jack, seinem Gönner. Dieser zwingt der jungen Familie zunehmend seine Lebensvorstellungen auf. Allison leidet sehr unter dieser Situation, doch Henry genießt dieses Leben in vollen Zügen und fängt sogar mit seiner Jugendfreundin eine Affäre an. Doch dann taucht plötzlich Christopher in Allisons Leben auf, der verzweifelt nach einem Spender für seinen leukämiekranken Sohn sucht. Doch durch diese Freundschaft gerät sie in eine noch aussichtslosere Situation.

"Oh..."

Die Fotografin Sally Wood kommt in ihre Heimat Dorset zurück, um englische Herrenhäuser für eine große Zeitschrift zu fotografieren. Bei ihrer Arbeit lernt sie den alten, eigenwilligen Lord Kerrymore kennen, der zurückgezogen mit seiner Schwester Mary in einem der schönsten Herrenhäuser Englands lebt. Der mürrische alte Herr schließt Sally sofort in sein Herz, da sie ihn stark an seine verstorbene Tochter erinnert. Das freundschaftliche Verhältnis beobachten Mary und ihre Tochter Lisa, die Erbin von Kerrymore, mit wachsendem Misstrauen. Als Lord Kerrymore erfährt, dass Lisa ihn seit Jahren belügt und sehnlichst auf ihr Erbe wartet, setzt er Sally als Universalerbin ein. Lisa lässt nichts unversucht die verhasste Konkurrentin zu vertreiben, die all das bekommen soll, was sie sich schon immer erträumt hat.

"Ist ja gut. Bitte aufhören."

Das friedliche Familienleben von Ellen Parrys wird bedroht, als ihre berühmte Cousine Bridget aus London in ihren kleinen Heimatort an der Küste kommt, um sich etwas zurückzuziehen. Nicht nur, dass sie Ellens Tochter Vanessa ermutigt und unterstützt, ein Archäologie-Studium in London aufzunehmen, noch dazu hat es sich Bridget zum Ziel gemacht, Ellens attraktiven Mann James, einen Reedereibesitzer, für sich zu gewinnen.

"Seufz… " - "Ich habe dir gesagt, du sollst BWL studieren. Aber der Herr wollte ja nicht hören!" - "Ja. Mutter. Morgen schreib ich mich ein, versprochen!" - "Brav. Das ist mein Prachtjunge! Noch Café?"

Freitag, Januar 06, 2006

Ernüchterung bzgl. eines alten Kinderwunsches

Das Schöne daran, ein einfach gestrickter Mensch zu sein, ist, dass man sich eben auch an lieb gemeinten, aber schlichten Geschenken, ergötzen kann. Mit solch einem hat mir z.B. eine sehr nette Kollegin vorgestern Freude bereitet. Ein Kinderüberaschungsei, welches das folgende, simpel zusammenbaubare und offiziell unter der Überschrift „Die Leuchtlinge rollen an!“ firmierende, Konstrukt enthielt. Den kleinen behelmten Gummibärenklon bestrahlt man einfach mit der Taschenlampe, dann leuchtet er. Und wenn man ihm einen Schubs gibt, dann rollt das ganze Teil mit dem Bären recht lustig schwurbelig über den Tisch. Und macht man das im Dunkeln, tut das dabei natürlich auch sehr schön verschwurbelt leuchten.


Ein heimlicher Wunsch von mir ist ja schon seit meinen Kindertagen, da mal Mäuschen zu spielen. Bei den Erfindern. Zu erfahren, was für Gesellen das wohl sein mögen, die im Hauptberuf solche nutzlosen, aber nichtsdestominder drollig schönen und zuweilen genialen Dinge erschaffen. Ich vermute, das sind sehr beneidenswerte Menschen. Die lachen doch bestimmt alle den ganzen Tag miteinander und duzen sich. Mit Kosenamen wie Schatz, Honey oder Sweetheart. Lässige, in Armani-Tuch gekleidete, hochintelligente Kreativlinge sind die Mitarbeiter da. Ihre weiblichen Pendants sind zum Niederknien attraktiv, unkompliziert, humorvoll und auch nicht dumm. Alle verdienen Geld zum Fressen und haben dufte englische Titel, die etwas enthalten von art director, executive officer, oder manager. Ach nein, manager eher nicht. Manager ist man ja heute namensmäßig bereits, wenn man bei der AOK schnöde Krankengeldfälle bearbeitet. Und solch einen Menschenschlag sucht man hier wirklich vergebens. Abends, nach der Arbeit, geht man schön gemeinsam einen Prosecco oder Cocktail schlürfen. So gut gefällt einem die Arbeit in dieser elitären Truppe, die sich klangvoll team cs research, oder so, nennt. Von denen hat mal keiner Probleme adäquate Partner aus der Welt der Reichen und Schönen zu einem schnellen Fick auf dem Cocktailbar-Klo zu überreden. Manchmal tut man es im Büro sogar miteinander. Das ist gut für die Kreativität, sagt dann der Teamleiter. Und es weiß auch ein jeder entspannt damit umzugehen. Jedenfalls, egal, wie lang es bei der After-Work-Party dann noch geworden ist, man kann ohne schlechtes Gewissen ausschlafen. Beginnt man eben erst um 13.00 Uhr. Das wird dort nicht so eng gesehen. Hach, bestimmt hat man da einen Heidenspaß, in der child´s surprise research.



Trotzdem, irgendwie… ich zögere noch ein wenig im Bezug auf meine Blindbewerbung. Was, wenn die Belegschaft dann doch aus bepullunderten Hornbrillenträgern besteht, die, obwohl bereits in der Mitte ihres Lebens angekommen, nie von zu Hause ausgezogen sind? Deren Kolleginnen haben vielleicht alle abgekrotzte kurze Haare, tragen Buttons auf denen steht „Jeder Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger“ und tanzen in der Mittagspause gemeinsam ihre Namen. Der Laden heißt wahrscheinlich auch nur ganz schlicht Hauptsachgebiet Spiel und Spaß und gilt als das Sibirien der Unternehmung. Seitens der Firmenleitung werden regelmäßig und gerne die Schwerstalkoholiker, Quertreiber, unbelehrbaren Kokser und Mitarbeiter mit Geisteskrankheiten in der Familie dahin abgeschoben. Weil dort ja eh schon die ganzen verkorksten Spinner sitzen. Und da die Zwangsbeglückten aber gar nichts arbeiten wollen, sondern nur faul ihre Zeit absitzen und auch die Damen immer über irgendwelche Dinge ganz lange reden müssen, haben die Bepullunderten bedauerlicherweise sehr oft Gehörstürze wegen der daraus resultierenden, gemeinen Arbeitsüberlastung. Aus Frust wird dann sogar manchmal ganz ordentlich gemobbt. „Haste den verknarzten Leuchtschwurbelbär mimm Landserhelm von Schmidt gesehen?" - "Haha, ja, dieser Hansguckindieluft!“ Dann lachen sich alle die Hosen nass und schneiden den Schmidt fortan, so dass der irgendwann verbittert und elendig an seinen Magengeschwüren eingehen wird. Was, wenn Angehörige dieser Abteilung die erklärten Firmen-Nerds sind, die in der Kantine den Pudding vom Tablett geklaut bekommen und mit denen gar keiner offiziell etwas zu tun haben will? Nur spät abends, da kommen sie dann, die cleveren Mistkerle, heimlich in unseren Altbau geschlichen, drohen dem Sachbearbeiter für Dinos und Happy Hippos fürchterliche Prügel an und luchsen ihm die kompletten Serien ab. Angeblich für die Kinder und ihre kleinen Neffen. Das Zeug wird dann aber natürlich für teuer Geld via Ebay vercheckt und kommt der Finanzierung privater Exzesse und Hawaiiurlaube zugute. So läuft das da nämlich!



Und jetzt, wo der Schmidt gesundheitlich nicht mehr so auf der Höhe ist, braucht man eine/n neue/n Leuchtschwurbelbärmacher/in. Wie besetzt man denn so einen Posten? Da will doch nun wirklich keiner freiwillig hin. Unter anderem, weil der Chef ein ganz fieser Schleifer ist, der zum Lachen in den Keller geht. Grimmig ist er; nicht nur, weil man ihn wegen dieser dummen Internetgeschichte strafversetzt hat, was er immer noch als große Ungerechtigkeit empfindet, sondern auch, weil die neue Serie ja weitergehen muss. Selbst wenn der Schmidt jetzt nicht mehr aus dem Krankenstand zurückkommen sollte. Also wird er sich den stellvertretenden Leiter des Sachgebietes Wackeltiere herzitieren, um den mal so richtig zusammenzufalten. Dabei benutzt er Worte wie „Deadline“, „Workshop“ und „suboptimal“. So wie früher, als er noch dazugehörte; zu einer richtigen Abteilung. „Müller!“, wird er dann dem schluchzenden Wackeltierhauptsachbearbeiter hinterher rufen, “Müller, aus Ihnen mach ich auch noch einen verdammten Menschen!“. Und dass bis 1200 ("zwölfhundert") gefälligst etwas Lustiges auf seinem Tisch zu liegen hat, was er dem Vorstand mit Stolz präsentieren kann. Hinterher freut sich der dreckige Halunke darüber, dass Müller so schlimm geweint hat und nimmt sich vor, dies fortan täglich zu wiederholen.

Oh, wie schrecklich! Konnte ja keiner ahnen, wie schlimm es da tatsächlich ist. Nein, vergesst es. Sucht euch einen anderen Deppen!

Hobby abzugeben

Dabei war die ganze Familie doch so erleichtert, als Opa Karl endlich ein Hobby fand, das ihm Spaß machte und er daraufhin nicht mehr gar so griesgrämig war oder ständig von Stalingrad erzählte.
Tragischerweise zerstörte der plötzlich auftretende Altersmeteo-rismus nun das Familienidyll.

Mittwoch, Januar 04, 2006

Gute alte Zeit II

Für mich eine kleine Pizza Calcio mit extra surreal, bitte!

...Haste denn das gehört mit Premiere? Das gibts doch gar nicht! Was wird denn jetzt aus meinem Abo? - Hm. - So eine Frechheit von der Liga. Pfff, Arena, oder wie diese Bande heißt, die kennt doch keine Sau. Die Fifa müsste da einschreiten, das sag ich dir jetzt mal! – Ja. Ja, das wär gut.

Er: Dürfte wohl das erste und das letzte Date gewesen sein.
Sie: Wie meinen?

Was mach ich nun in Zukunft mit meinem Samstagmittag? Hä? Verdammt, ich schau doch immer alle Spiele. Konferenzschaltung, du verstehst. Was soll ich denn jetzt machen? – Tja, das ist ein Problem. – Und der scheiß Aktienkurs ist auch eingebrochen. – Oh je.

Er: Da, am Nebentisch.
Sie: Warum?

Morgen gibbet wenigstens den ganzen Tag Premier League. Suuupi! Da schau ich durch! Da verlass ich doch das Haus nicht! Nichma ans Telefon geh ich da! Das kannste mir glauben. - Ach ja?

Er: Die haben irgendwie nicht die gleichen Interessen, denke ich. Rede ich etwa auch den ganzen Abend nur über Fußball?
Sie: Nein, so schlimm ist es nun auch nicht.

Hm, vielleicht könnte Premiere ja - wenn sie mehr von der Seria A... aber nein, das wäre nur ein schlechter Ersatz; die ist jetzt nicht so wirklich interessant. – Ach nein?

Er: Diese Frau blubbert schon den ganzen Abend ausschließlich über Fußball.
Sie: Das gefällt Dir wohl, hä?

Na ja, wenigstens habense noch die Rechte an der Champions League. Hey, haste Liverpool gegen Milan gesehen? Das war mal geil! – Bedaure. – Ja, so was von krass! So was von geil, du! Endguuut! – Hm, ja.

Er: Erm, nein.
Sie: Das macht dich wohl spitz? Kannste ruhig zugeben.

Und das sach ich dir jetzt mal: Der Assauer, der macht doch die Blauen genauso platt, wie der Meier damals die Borussen. Und jetzt kommst du. – Ah, so?

Er: Nein. Ehrlich, Schatz.
Sie: Kannst ja die nehmen! Geh doch!

Ja, der Ballack geht doch todsicher nach Madrid. Alles Abzocker! – Schlimm. Ja.

Er: Die ist mir außerdem zu hässlich.
Sie: Arsch!

Die WM-Auslosung war ja wohl tierisch spannend, oder?! Also, ich hab das grad mal auf die Schnelle durchgecheckt, wann wir voraussichtlich auf die Käsköppe treffen...

Dienstag, Januar 03, 2006

Danke Mama

Tja, Kinder versauen einem den fein geschmiedeten Lebensplan. Freilich kann man seinen Zöglingen das Leben dafür zur Hölle machen, indem man bei der Namensgebung seine Fieberträume entscheiden lässt. Einfach Joghurt, Spongebob oder Traktorstrahl auf die Urkunde kritzeln lassen und fertig ist die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für unsere nächste Psychiater-, Streetworker-, Gefängnispfarrer- und Sozialpädagogengeneration.
Wem diese Form der Vergeltung zu plump erscheint, der möge halt auf subtilere Weise vorgehen: z.B. über die Auswahl des Tages, an dem der Zeugungsakt vollzogen wird. Lediglich Grundschulwissen in Mathematik und Biologie wird benötigt, um zu verhindern, dass die daraus entstehenden Blagen ihr Wiegenfest fern von Dunkelheit, Winterdepression und braunem Stadtschneematsch feiern dürfen. „Ha, von wegen Feiern in Grillhüte und lauer Juni-Nacht. Dir geb ich! Wir hatten ja nach dem Krieg auch nix zu lachen! WIR hatten auch nicht nur Spaß im Leben!“
Unbeholfene Erzeuger landen auf dem 6.12., 24.12. oder 31.12., Könner nehmen gezielt ein Datum daneben, z.B. eines unmittelbar nach Neujahr. So ist sichergestellt, dass ein Geburtstagskind sich immer älter fühlt als es tatsächlich ist und, mit den Augenringen der Sylversternacht noch versehen, auch so aussieht. Geburtstagspartys werden Zeit seines Lebens ausnahmslos ein gewisses Beerdigungsflair haben - und Gäste, die sich mit kleinen roten Äuglein und grauen Gesichtern, mühsam Feierstimmung verbreitend, an ihrer Coke festhalten. Irgendwann gibt man es dann einfach auf und lädt eben nur noch exzessresistente Verwandtschaft ein, die Sylvester auf´m Sofa verbracht hat. Und lässt sich von denen detailliert über den Krankeitenreigen informieren, der einem so in ca. 20 bis 30 Jahren bevorsteht.
Hm, danach fühlt man sich eigentlich schon wieder ein bisschen jünger und geht sogar fast ein wenig zufrieden zu Bett... Hey, jetzt hab ichs endlich kapiert! Toller Plan, Mama. Danke!

Montag, Januar 02, 2006

Gute alte Zeit

Seufz. Sie ist verloren und kehrt nimmer wieder:
Jene Zeit, als der Freundeskreis nicht flächendeckend mit Digicams ausgestattet war und man sich noch herrlich ungestraft auf einer Party bestrafen konnte. Doch bedenke, mein kleiner Paparazzo:
  1. Man sieht sich immer zweimal!
  2. Rache ist Blutwurst!

Sonntag, Januar 01, 2006

Am Limit

Womit wir für den heutigen Tag intellektuell bereits am Limit angelangt sein dürften.