Trainbuk

Sonntag, Januar 29, 2006

Gedanken nach der Trunkenheit

Wenn man am Morgen sehr verblitzt erwacht, weil man ja die nötige Sorgfalt hat walten lassen und daher den Samstagabend mit heilem Zahnwerk und guten alten Freunden lustig Party machen durfte, mag es vorkommen, dass man also nach dem Erwachen sein Handy betrachtet und sich dann fragt:


Warum weint das Krokodil da eigentlich?


Warum hat es einen halben Fisch im Arm?

Und warum zum Teufel habe ich diese alberne Bilderserie gemacht?



Die Hinterfragung mancher Dinge sollte wohl einfach unterbleiben. Nicht weil es sein könnte, dass man sich an die, ehrliche Besorgtheit ausstrahlende, Miene des Hausherren bei dessen Erkundigung nach der momentanen Befindlichkeit des Amateurphotographen erinnert, sondern weil möglicherweise alte, längst verschlossen geglaubte Wunden jäh aufgerissen werden und jene unerfüllten Sehnsüchte zu Tage treten könnten, die einem das Scheitern des eigenen Lebensplanes kristallen klar bewusst werden lassen. Urplötzlich sitzt man senkrecht im Bett und ruft voll glühender Seelenpein aus: „Oh Gott, ich wollte doch immer nur ein Eieruhrendesigner werden!“ und eine Mischung aus Trauer und roher Missgunst verseucht dann den heiligen Sonntag.



Denkbar wäre das jedenfalls.

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